EXPERTENINTERVIEW

Dr. med. Thilo Schimitzek, Gründer und Leiter der Augenklinik Kempten und des Laserzentrum Allgäu.

„Unsere Patienten empfinden die AcrySof® IQ PanOptix® als enormen Gewinn im Alltag“

Lieber Herr Dr. Schimitzek, Sie implantieren die AcrySof® IQ PanOptix® bereits seit sechs Jahren. Was überzeugt Sie an dieser IOL?

Schimitzek: Unser Zentrum hat als eines der ersten in Deutschland Patienten mit der AcrySof® IQ PanOptix® versorgt. Seither sind wir dieser IOL zur Presbyopiekorrektur aufgrund der guten und verlässlichen Ergebnisse treu geblieben und haben bereits über 1300 PanOptix® IOL implantiert. Grundsätzlich überzeugt mich an der PanOptix®, dass sie auf der bewährten AcrySof®-Plattform mit erprobtem hydrophobem IOL-Material basiert und sich komfortabel falten sowie minimalinvasiv implantieren lässt. Auch die niedrige Nachstarrate und der Blaulichtfilter sind Aspekte, die mir wichtig sind – gerade im Rahmen der Presbyopiekorrektur bei oftmals noch etwas jüngeren Patienten. Darüber hinaus hat mich von Anfang an das besondere Optikdesign der ­PanOptix® überzeugt, das für hohe Pupillen­unabhängigkeit und Lichtausnutzung sorgt und den Intermediär­fokus bei etwa 60 cm generiert. Das ist für mich ein wesentlicher Aspekt. Während bei allen anderen trifokalen IOL der Intermediärfokus bei etwa 80 cm und damit deutlich weiter entfernt vom Nahfokus liegt, befinden sich Nah- und Inter­mediärfokus bei der ­PanOptix® näher beieinander (Abb. 1). Insgesamt erzeugt die ­PanOptix® dadurch über einen weiten Sehbereich von nah bis fern und besonders in dem Bereich, der für viele Patienten im (Arbeits-)Alltag so wichtig ist, nämlich von Nähe bis Armlängenentfernung, ein stabiles Plateau mit einem gleichbleibend hohen Visus, innerhalb dessen der Blick gewissermaßen hin und her fließen kann. Auch für Handy- oder Tabletnutzung ist nach meiner Erfahrung eher ein Intermediärfokus im Bereich von etwa 60 cm wichtig.

Abb. 1: PanOptix® ermöglicht einen natürlicheren Brennpunkt für den Intermediärbereich bei 60 cm. Daten nach [2].DACH-ACP-2100006Dr. med. Thilo Schimitzek, Gründer und Leiter der Augenklinik Kempten und des Laserzentrum Allgäu.
Wie zufrieden sind Ihre PanOptix®-­Patienten mit ihrem Sehvermögen?

Schimitzek: Wir erreichen mit der PanOptix®-IOL eine sehr hohe Patientenzufriedenheit: Etwa 96 Prozent unserer Patienten sind nach der binokularen Implantation der PanOptix® ohne weitere Maßnahmen sehr zufrieden mit ihrem Sehvermögen. Dabei gibt es natürlich je nach Persönlichkeit auch Unterschiede: Manche Patienten sind sofort begeistert von der hohen Brillenunabhängigkeit. Bei anderen Patienten setzt die Begeisterung erst nach einer kurzen Gewöhnungsphase ein. Das gilt auch hinsichtlich der optischen Phänomene wie Halo oder Glare, die ja im Zusammenhang mit allen multifokalen IOL auftreten: Einige Patienten nehmen sie gar nicht wahr, andere benötigen etwas Zeit, um sie auszublenden. Bei den Patienten, die nach binokularer Implantation tatsächlich unzufrieden sind, liegt dies meistens an einer nicht präzise erreichten Zielrefraktion. Auch diese können wir in den allermeisten Fällen durch eine konsequente Nachbehandlung zufriedenzustellen. Explantationen als letzte Konsequenz sind bei uns extrem selten, was die meisten Patienten interessanterweise im Nachhinein aber doch bereuen. Insgesamt sind unsere Patienten mit der PanOptix® äußerst glücklich und empfinden es als große Erleichterung, ihren Alltag nun wieder weitestgehend ohne Brille gestalten zu können. Gerade im Berufsalltag wird die PanOptix® oftmals als enormer Gewinn empfunden, weil das ständige Brille putzen oder wechseln entfällt: Wir haben zum Beispiel Landwirte oder Dachdecker, die mit viel Staub und ständig verdreckter Brille zu kämpfen hatten, mit der PanOptix® sehr glücklich gemacht, ebenso Bäcker, deren Brille regelmäßig beim Öffnen des Ofens beschlug, oder TÜV-Prüfer, die permanent zwischen Nähe und Inter­mediärbereich wechseln mussten. All diese Menschen hatten unter den Nachteilen einer Brille gelitten, profitieren erheblich von der PanOptix® und sind natürlich sehr zufrieden.

Wie informieren Sie Ihre Patienten über Möglichkeiten und Grenzen der Presbyopiekorrektur?

Schimitzek: Nach meiner Erfahrung ist es zunächst wichtig, den Patienten sehr genau zuzuhören und ihre Seh­anforderungen und -gewohnheiten ebenso zu erfragen wie ihre Erwartungen an die Presbyopiekorrektur. Dazu setzen wir zwar auch einen kurzen Fragebogen für den ersten Überblick ein, aber das meiste erschließt sich ohnehin schnell im Gespräch. Im nächsten Schritt informieren wir die Patienten offen und fair über die Chancen aber auch die Grenzen der Presbyopiekorrektur. Unser Ziel ist es, Patienten zu einer realistischen Erwartungshaltung zu verhelfen und sie selbst in die Lage zu versetzen, entscheiden zu können, ob und welche Presbyopiekorrektur ihre individuellen Ansprüche am besten erfüllt. Dabei sind klare und offene Worte wichtig, damit Patienten ihr ­persönliches Nutzen/Risiko-Verhältnis abwägen können. Gleichzeitig ist es allerdings auch wichtig, die Patienten nicht durch zu viele Informationen zu verwirren. Stark vereinfacht ausgedrückt erläutern wir, dass mit der PanOptix® eine hohe Brillenunabhängigkeit über einen sehr großen Sehbereich von Nähe bis Ferne erreicht werden kann und mit großer Wahrscheinlichkeit für die meisten Tätigkeiten im Alltag keine Brille mehr benötigt wird. Gleichzeitig weisen wir daraufhin, dass in Einzelfällen und bestimmten Situationen dennoch eine Brille nötig sein kann, der Leseabstand manchen Patienten nach langjähriger Presbyopie zunächst recht nah erscheint, Halos und Glare auftreten können und gute Lichtbedingungen für ein gutes Sehvermögen erforderlich sind.

Bei welchen Patienten setzen Sie die PanOptix® ein?

Schimitzek: Fast alle unsere Patienten zur Presbyopiekorrektur kommen auf Empfehlung von zufriedenen Freunden oder Bekannten, die mit der PanOptix® versorgt wurden, und wünschen daher explizit diese IOL. Auch diese hohe Empfehlungsrate trägt übrigens dazu bei, dass wir von der PanOptix® so überzeugt sind. Daher implantieren wir bei Wunsch nach mehr Brillenunabhängigkeit nach wie vor in der weitaus überwiegenden Zahl der Fälle die PanOptix®. Ohnehin wollen nach meiner Erfahrung die meisten Menschen mit Wunsch nach Presbyopiekorrektur vor allem über den gesamten Sehbereich von nah bis fern ohne Brille auskommen. Wenn ich allerdings im Gespräch merke, dass Patienten – wie zum Beispiel begeisterte Golfer – sehr viel Wert auf hohe Sehqualität und/oder einen sehr guten Fernvisus legen und kein Pro­blem mit einer Lesebrille haben, würde ich eher AcrySof® IQ Vivity empfehlen. Auch bei Patienten, die nachts sehr viel Auto fahren oder sehr diskrete Veränderungen der Netzhaut aufweisen, würde ich von der ­PanOptix® eher Abstand nehmen. Eine Vivity-IOL hingegen würde ich durchaus implantieren, sodass wir nun auch Patienten zur Presbyopiekorrektur verhelfen können, bei denen das bislang nicht möglich war. Insgesamt sind beide IOL gut zur Versorgung von Presbyopie- und Kataraktpatienten geeignet.

Wie gehen Sie mit Patienten um, die mit ihrem Sehvermögen unzufrieden sind?

Schimitzek: Wesentlich ist, sich zuerst auf Ursachensuche zu machen. Meist ist eine nicht erreichte Ziel­refraktion oder ein postoperativ bestehender Restastigmatismus der Grund und kann mittels Laser-Touch-Up ­korrigiert werden. Um eine gute Betreuung zu gewährleisten, sollte man entweder daher selbst einen Laser-Touch-Up vornehmen können oder über eine enge und zuverlässige Kooperation mit einem Laser-Zentrum verfügen. Außerdem ist es wichtig, Patienten schon vorab über die Möglichkeit eines weiteren Eingriffes zu informieren. Oftmals ist allerdings auch lediglich ein gestörter Tränenfilm die Ursache für die Unzufriedenheit und lässt sich durch konsequente Behandlung leicht beheben. Nach unserer Erfahrung kann so sehr vielen Patienten, die zuvor oftmals sehr unter ihrer Brille gelitten hatten, wieder zu Brillenunabhängigkeit und einem enormen Gewinn an Lebensqualität im (Berufs-)Alltag verholfen werden.

Referenzen:

  1. Clinical Investigation of the AcrySofIQ PanOptixIOL Model TFNT00. Alcon Data On File. TDOC-0055352. Effective date: 20 Dec 2018.
  2. Clinical Investigation of Visual Function after Bilateral Implantation of Two Presbyopia-Correcting Trifocal IOLs. Alcon data onfile. TDOC –0053796. Effective date 19-Dec 2017.
  3. Kohnen T. J Cataract Refract Surg 2015; 41:2330–2332.
  4. Lawless M, et al. Eye and Vision 2017 4:10. 
  5. Beachten Sie die Packungsinformationen mit vollständigen Gebrauchs- und Sicherheitshinweisen. 
  6. Kohnen T et al. J Cataract Refract Surg 2020;46(8):1142–1148. 
  7. Böhm M et al. J Refract Surg 2019;45:1625. 
  8. Asena BS et al. J Cataract Refract Surg 2019;45:1539. 
  9. Ursell et al. Eye (Lon) Eye 2019 Oct 15. 
  10. Belda JL, et al. Is Nd:YAGcapsulo­tomyincidence influenced by IOL biomaterial? Real-word evidence from Spain at 3 & 5 years after cataract surgery. Free Paper presenta­tion. ESCRS 2020. 
  11. Oshika T et al. Eur J Ophthalmol 2020;30:680–684. 

Auf einen Blick: AcrySof® IQ ­PanOptix® zur Presbyopiekorrektur

•Liefert nahezu physiologische Defokuskurve und kontinuierliches, komfortables Sehvermögen von nah bis fern1
•Hohe Pupillenunabhängigkeit und Lichtausnutzung, komfortabler Intermediärfokus bei etwa 60 cm (Armlängenentfernung)1–5
•Ermöglicht bei bilateraler Versorgung über einen breiten Seh­bereich einen guten Visus von etwa 1,0 oder besser1,2,6,7
•Spontane Akzeptanz und hohe Patientenzufriedenheit1,3
•Patienten können ihren Alltag in der Regel ohne Brille bewältigen, in Einzelfällen und Ausnahmesituationen Brille ggf. erforderlich7
•Halos und Glare werden postoperativ wahrgenommen, lassen aber mit der Zeit nach und werden von den Patienten nicht als störend empfunden8
•Ursache bei Unzufriedenheit meist nicht erreichte Zielrefraktion oder Trockenes Auge; konsequente Nachbehandlung sicherstellen
•Hoher Gewinn an Lebensqualität im (Berufs-) Alltag mit AcrySof® IQ PanOptix®1


•Basiert auf bewährter AcrySof®-Plattform: komfortable Implanta­tion durch minimale Inzision, hohe Stabilität, geringe Nachstarrate, Blaulichtfilter5,9–11