Unterer Harnwegsinfekt bei Frauen: Nitrofurantoin klinisch und bakteriologisch besser als Fosfomycin10. November 2018 Symbolbild © Kunstzeug – fotolia.com Fosfomycin als Einzeldosis bei Patientinnen mit unkomplizierten Infektionen der unteren Harnwege (UTI) ist eine einfache und schnelle Therapie. Neben Nitrofurantoin wird der Wirkstoff daher in den entsprechenden Richtlinien als Antibiotikum der ersten Wahl empfohlen. In einer randomisierten, multizentrischen Auswerter-verblindeten Studie verglichen schweizerische Forscher unter Leitung von Stephan Harbarth von der Universität Genf beide Therapien hinsichtlich klinischer und mikrobiologischer Wirksamkeit. Eingeschlossen in die Studie waren 513 nicht schwangere Frauen ab 18 Jahren (medianes Alter: 44 Jahre), die an teilnehmenden Zentren mit Symptomen einer UTI vorstellig wurden. Die Daten wurden zwischen Oktober 2013 bis April 2017 erhoben. Die Patientinnen erhielten entweder 3-mal täglich Nitrofurantoin p.o. für 5 Tage (n=255) oder eine einmalige Gabe von 3 g Fosfomycin p.o. (n=258). Im Anschluss an die Beendigung der Therapie (nach 14 und 28 Tagen) gaben die Frauen Urinproben ab und ließen sich klinisch untersuchen. Primäres Outcome war das klinische Ansprechen in den 28 Tagen nach Therapieende. Dies beinhaltete das komplette Abklingen der Symptome, Therapieversagen oder unklares Ansprechen (Symptome persistieren oder objektiver Nachweis einer Infektion). Zu den sekundären Outcomes zählten das bakteriologische Ansprechen und das Auftreten von Nebenwirkungen. Insgesamt 475 (93 %) beendeten die Studie. Von diesen wurden 73 % positiv auf Bakterienkulturen zu Beginn der Studie getestet. Bei 70 % der Patientinnen (171 von 244 Frauen) unter Nitrofurantoin verschwanden die Beschwerden nach 28 Tagen vollständig, unter Fosfomycin waren es 58 % (139 von 241 Frauen). Die Differenz lag bei 12 % (95 %-KI 4–21 %; p=0,004). Auch bakteriologisch schien Nitrofurantoin besser abzuschneiden: So konnten bei 129 von 175 (74 %) der Patientinnen unter Nitrofurantoin und bei 103 von 163 Frauen (63 %) unter Fosfomycin keine Erreger mehr nachgewiesen werden. Hier lag die Differenz bei 11 % (95%-KI 1–20 %; p=0,04). Es wurden nur wenige nachteilige Ereignisse beobachtet, so die Forscher. Diese waren hauptsächlich gastrointestinal. Die häufigsten waren Übelkeit und Durchfall, wobei der Anteil betroffener Patientinnen in beiden Therapiearmen ähnlich ausfiel. Fazit Bei Frauen mit unkomplizierten Infektionen der unteren Harnwege führte Nitrofurantoin für 5 Tage im Vergleich zu einer einmaligen Gabe Fosfomycin zu einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit eines klinischen und mikrobiologischen Ansprechens 28 Tage nach Abschluss der Therapie. Autoren: Huttner A et al. Korrespondenz: Prof. Stephan Harbarth, Universität Genf; [email protected] Studie: Effect of 5-Day Nitrofurantoin vs Single-Dose Fosfomycin on Clinical Resolution of Uncomplicated Lower Urinary Tract Infection in Women: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA 2018; 319(17):1781–1789. Web: www.jamanetwork.com