Unternehmen will transplantable Nieren drucken

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Ein Unternehmen aus Litauen hat sich zum Ziel gesetzt, aus lebenden Zellen „gedruckte” Nieren für Transplantationen herzustellen. Diese könnten auch an individuelle Anforderungen angepasst werden, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es nicht genügend verfügbare Organe für Transplantationen gibt, um auch nur 10% des weltweiten Bedarfs zu decken. Allein in den USA warten bis zu 90.000 Menschen auf eine Nierentransplantation, während dort jedes Jahr nur 20.000 Transplantationen durchgeführt werden. Forscher arbeiten daher an Möglichkeiten, Organe künstlich herzustellen. Ein Weg ist das „Drucken” von Geweben und Organen mit einer „Tinte” aus lebenden Zellen, genannt „3-D-Bioprinting”. Auf diese Technologie hat sich das Biotech-Unternehmen Vital3D aus Vilnius (Litauen) spezialisiert. Das Unternehmen setzt dabei nach eigenen Angaben auf eine Kombination aus biokompatiblen Gerüsten und Femtosekundenlasern, die schnell und mit einer Präzision von bis zu 1 Mikrometer arbeiten können.

Herausforderungen und Möglichkeiten der Bioprinting-Technologie

Mit Fortschritten in der 3-D-Drucktechnologie, Biotintenformulierungen und Gewebezüchtungstechniken arbeiten die Biotech-Forscher daran, die „Nierenspenderlücke“ zu schließen, indem sie Techniken zur Herstellung von menschlichem Gewebe und schließlich vollwertigen transplantierbaren Nieren entwickeln. Allerdings sind mit dem Bioprinting von Nieren erhebliche technische Herausforderungen verbunden, räumt das Unternehmen ein. Einerseits müsse der Druckprozess präzise genug sein, um die komplexen Strukturen des Organs nachzubilden, andererseits schnell genug, um mit lebenden Zellen als Rohmaterial zu arbeiten.

Neben dem Potenzial, die Nachfrage nach transplantierbaren Organen zu decken, biete die Verwendung biogedruckter Organe gegenüber herkömmlichen Transplantationsmethoden zahlreiche Vorteile, heißt es seitens Vital3D. Ein wesentlicher Vorteil liege in der Anpassbarkeit. „Bioprinting ermöglicht die präzise Anpassung von Organen an die individuellen anatomischen und physiologischen Anforderungen des Empfängers“, sagt Vidmantas Šakalys, CEO von Vital3D. „Bioprinting verbessert nicht nur die Kompatibilität des transplantierten Organs, sondern ermöglicht auch die Eliminierung oder zumindest Minimierung des Bedarfs an immunsuppressiven Medikamenten, die bei herkömmlichen Organtransplantationen typischerweise erforderlich sind, um zu verhindern, dass das Immunsystem des Empfängers das transplantierte Organ angreift.“

„Wenn Bioprinting zu einer zuverlässigen Methode zur Herstellung funktionsfähiger Organe wird“, so Šakalys weiter, „könnte es den Mangel an Spenderorganen lindern und eine alternative Quelle für Transplantationen bieten. Darüber hinaus könnte die Fähigkeit, durch Bioprinting schnell Organe zu produzieren, in Notfällen oder Fällen, in denen es auf die Zeit ankommt, Leben retten.“

Trotz aller potenziellen Vorteile werde die Entwicklung der Biodrucktechnologie zweifellos von der öffentlichen Wahrnehmung und der Regulierungspolitik beeinflusst, stellt Šakalys fest. „Wenn die für Bioprinting verwendeten Zellen aus menschlichen Quellen stammen, können ethische Bedenken hinsichtlich der Einwilligung, der Gewebespende und des Eigentums entstehen. Die Verwendung tierischer Zellen oder synthetischer Materialien beim Bioprinting kann andere ethische Herausforderungen mit sich bringen.“

(Vital3D/ms)