Urologen in Schleswig-Holstein unterstützen Aktion zur Aussetzung der Zystoskopie

Die Mitglieder des BvDU in Schleswig-Holstein (r. der Landesvorsitzende Dr. Thomas Quack) stimmten einstimmig der Aktion zum Zystoskopieverzicht zu. Foto: BvDU Schleswig-Holstein

Die Urologen in Schleswig-Holstein werden vom 02.-13.12.2019 Blasenspiegelungen nur in Notfällen durchführen. Die teilt der schleswig-holsteinische Landesverband des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BvDU) mit, der sich damit der Aktion des BvDU anschließt.

Die Urologen betonen, dass das Ziel der Erhalt der wohnortnahen Versorgung der Patienten in hoher Qualität ist. Die Entscheidung fiel auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Landesverbandes am 15. November in Neumünster. Dabei diskutierten die Mitglieder ausführlich über die Umsetzung der gestiegenen Hygieneanforderungen in ihrem Fachgebiet.

Während bei der Prostatabiopsie Einmalmaterialien gefordert würden, deren Erstattung durch die Krankenkassen aktuell in der Bundesrepublik sehr uneinheitlich erfolge, sei dieser Weg bei den Instrumenten zur Blasenspiegelung aufgrund der fehlenden Nachhaltigkeit und der Kosten nicht sinnvoll, konstatiert der Landesverband. Die Aufbereitung der Instrumente zur Blasenspiegelung sei sehr komplex geworden, betonten die schleswig-holsteinischen Urologen übereinstimmend mit dem Bundesverband. Die Kosten dieser Maßnahmen seien in den aktuellen Gebührenordnungen nicht berücksichtigt, so dass alle Urologen diesen Eingriff zur Versorgung ihrer Patienten nicht kostendeckend anbieten könnten.

Unter dem Motto „Nicht mit uns“ sei nach enttäuschenden Verhandlungen mit den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung die Stimmung unter den niedergelassenen Urologen ins Schleswig-Holstein gekippt, sodass diese sich in Neumünster einstimmig der bundesweiten Aktion zum Zystoskopieverzicht anschlossen.

(BvDU Schleswig-Holstein / ms)