Urologen sehen Patientenversorgung in akuter Gefahr

Ärzte und andere Heilberufler haben in den letzten Wochen gegen die aktuelle Gesundheitspolitik Foto: protestiert. Foto: Krakenimages.com – stock.adobe.com

Am 07. und 14.12.2022 haben Urologen durch Praxisschließungen und Protestaktionen gegen die ihrer Ansicht nach verfehlte Gesundheitspolitik demonstriert. 

Der Schwerpunkt der vom Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) initiierten Proteste lag in Hessen und Brandenburg. Aber auch im Norden Deutschlands, in Baden-Württemberg und Sachsen blieben Praxen geschlossen und fanden Proteste statt. Am 14.12. folgten Aktionen in Thüringen.

Die Protestierenden warnten vor den Folgen, welche die Entscheidungen des Bundesgesundheitsministeriums ihrer Meinung nach für Patientinnen und Patienten hätten. Letztlich gehe es darum, die flächendeckende, ambulante und wohnortnahe medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Ständig neuer Gesetzgebungen würden den ambulanten gegenüber dem stationären Sektor benachteiligen.

Folgen für die Patienten

Ein drängendes Problem sind laut dem Berufsverband die immensen Energiekosten, die weder im Einheitlichen Bewertungsmaßstab noch im Orientierungspunktwert abgebildet würden. “Jegliche finanzielle Hilfe fehlt hier für die Praxen”, klagt der BvDU in seiner Mitteilung. Stattdessen erfahre der ambulante Bereich von der Politik Kürzungen, zum Beispiel bei der Neupatientenregelung. In der Folge drohe die Verschlechterung der Patientenversorgung. Falls die Entscheidungen des
Bundesministeriums für Gesundheit im aktuellen Stand bleiben, würden sich Patientinnen und Patienten in Zukunft auf sehr lange Wartezeiten für einen Arzttermin einstellen müssen, prognostiziert der BvDU. Neupatienten würden von Praxen im Zweifelsfall nicht mehr aufgenommen, da diese aufgrund ausgeschöpfter Budgets für die Behandlung keine Vergütung mehr erhalten würden.

Darüber hinaus stört die Urologen, dass der ärztliche Arbeitsalltag zunehmend von Problemen dominiert werde, die nichts mit der Versorgung der Patienten zu tun haben, sondern, so der Berufsverband, “immer aufs Neue die Konzeptlosigkeit der Gesundheitspolitik offenbaren”. Die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten seien “ein fatales Signal” an den ärztlichen Nachwuchs.

Der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) fordert verlässliche Rahmenbedingungen und eine faire Vergütung, damit Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner ihre Perspektive auch in Zukunft in der urologischen Praxis sehen. Praxen, die heute schließen, würden morgen nicht mehr wiedereröffnen und in der Versorgung der Patientinnen und Patienten fehlen, gibt der Verband zu bedenken.

Der BvDU und andere Berufsverbände haben weitere Aktionen angekündigt.

(BvDU/ms)