Urologen stellen neues Weiterbildungscurriculum zur Diskussion

DGU-Generalsekretär Prof. Maurice Stephan Michel. Foto: Schmitz

Vor dem Hintergrund der Novellierung der Musterweiterbildungsordnung im Jahr 2018 hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ein neuartiges Weiterbildungscurriculum vorgelegt. Beim kommenden DGU-Kongress wird es zur Diskussion gestellt.

Das Weiterbildungscurriculum Urologie (WECU) befindet sich nach DGU-Angaben derzeit in der Implementierungsphase. Die DGU nimmt für sich in Anspruch, als erste Fachgesellschaft ein solches Curriculum vorgelegt zu haben, “dessen Aufbau Blaupausencharakter für andere Fachbereiche haben kann”, wie es selbstbewusst in einer aktuellen Mitteilung heißt.

„Ich freue mich besonders, dass wir die fachärztliche Weiterbildung auf unserer Jahrestagung mit Ärztekammerpräsident Dr. Klaus Reinhardt diskutieren können”, sagt DGU-Präsident Prof. Arnulf Stenzl. Eine zeitgemäße Facharztausbildung garantiere eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung, so der Ärztliche Direktor der Universitätsklinik für Urologie in Tübingen. Die weltweit drittgrößte urologische Fachtagung findet vom 15. bis 18. September 2021 im Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS) statt.

In einer immer älter werdenden Bevölkerung sorge der um 20 Prozent steigende urologische Versorgungszuwachs für einen zunehmenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachärztinnen und -ärzten für Urologie in Deutschland, gibt die DGU zu bedenken. „Auf diesen Bedarf müssen wir uns als Fachgesellschaft einstellen und haben mit dem neuen WECU ein Instrument geschaffen, um die Weiterbildung qualitativ zu verbessern und attraktiver zu gestalten und mehr fachlich gut ausgebildeten Nachwuchs für die Urologie zu generieren“, kommentiert Prof. Maurice Stephan Michel, DGU-Generalsekretär und Initiator des WECU.

Das auf Basis der neuen Weiterbildungsordnung erarbeitete Curriculum gibt den Weiterbildungsstätten und Weiterbildungsassistenten einen Leitfaden für eine DGU-zertifizierte Facharztausbildung an die Hand. Es teilt die Weiterbildungszeit von fünf Jahren in fünf Module zu je zwei Semestern auf und beinhaltet neben acht Semestern stationärer Urologie, ggf. mit Rotation in andere Kliniken, auch eine Weiterbildungsphase von bis zu zwei Semestern in einer urologischen Praxis oder einem MVZ, um die notwendige bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Urologie zu erreichen. Die erworbenen Kompetenzen werden am Ende jeden Moduls objektiv, standardisiert und für jeden transparent überprüft. Alle Informationen für Assistentinnen und Assistenten und Weiterbildungsstätten, Anträge sowie eine Liste teilnehmender Kliniken und Praxen hat die DGU zum schnellen Zugriff auf das WECU auf dem Urologenportal komprimiert.

„Damit ist die DGU Vorreiter bei einer zeitgemäßen Facharztausbildung und legt mit den Strukturen des WECU anderen Fachbereichen eine mögliche Blaupause vor“, sagt Michel, der das Weiterbildungscurriculum Urologie am Freitag, 17. September 2021 in den Fokus der 73. Jahrestagung der Fachgesellschaft rückt. Highlight der Themensitzung „WECU: Weiterbildung neu gedacht“ (13:30-15:00 Uhr, Raum C2.3) ist der Vortrag des Präsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, zur „Weiterbildung aus Sicht der Bundesärztekammer“. In der anschließenden Diskussion haben Prof. Herbert Leyh, WECU-Leitung und Koordination Klinik, sowie Dr. Max Tüllmann, WECU-Koordination Praxis, nicht zuletzt wertvolle Tipps für interessierte WECU-Teilnehmer parat.

Nochmals steht das WECU in einer Sitzung der AG Junge Urologen am 17. September 2021 von 15:30–17:00 Uhr in Raum C4.2 auf dem Programm des 73. DGU-Kongresses.

Als Kooperationspartner des WECU sind der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) sowie die German Society of Residents in Urology (GeSRU) an beiden Sitzungen beteiligt.

Darüber hinaus ist die Weiterbildung bereits an den ersten beiden Kongresstagen im Internationalen Congresscenter Stuttgart präsent: Im ersten DGU-Plenum „Zukunftsfach Urologie“ am 15. September 2021, 15:30–17:15 Uhr (Raum C 2.1) sowie auf der BvDU-Netzkonferenz: „Transsektorale Verbundweiterbildung“ am 16, September 2021, 14:00–15:00 Uhr (Raum C7.1).

(DGU/ms)