Ursache und Wirkung von Augenbewegungen: Ehinger verstärkt Stuttgarter Excellenzcluster1. September 2020 Blickbewegungsmessung in einer Studie mit dem blinden Fleck. Foto: Benedikt Ehinger Benedikt Ehinger hat zum 1. August die Tenure-Track-Professur „Computational Cognitive Science“ an der Universität Stuttgart angetreten. Er verstärkt die kognitionswissenschaftliche Expertise im Exzellenzcluster EXC 2075 „Daten-integrierte Simulationswissenschaft (SimTech)“ und trägt damit zur SimTech-Vision eines digitalen Menschmodells bei. Ehinger selbst bezeichnet sich schlicht als Gehirnforscher. Etwas wissenschaftlicher gesprochen verbergen sich dahinter die Bereiche visuelle Kognitionswissenschaft, Verhaltens-, EEG- und Eye-Tracking-Experimente und statistische Modellierung. Ehingers Schwerpunkt ist das Sehen – von Augenbewegungen bis hin zum blinden Fleck. Augenbewegungen sind die häufigste Bewegung, die ein Mensch durchführt – mehr als 100.000-mal pro Tag. Die Auswirkungen dieser Bewegungen auf das Sehen und die Gehirnaktivitäten sind enorm. So bewirkt beispielsweise eine Augenbewegung vom Schreibtisch nach draußen eine vollständige Änderung dessen, was wir sehen. „Das fasziniert mich schon lange und ich möchte ein tiefgehendes Verständnis von der Ursache und Wirkung unserer Augenbewegungen auf unser Gehirn erlangen“, beschreibt Ehinger sein Forschungsinteresse. „Dazu muss man sich die Hirnaktivität während der Augenbewegung anschauen, und genau an dieser Schnittstelle bin ich dran.“Daran anknüpfend beschäftigt sich Ehinger viel mit statistischen Methoden, im Speziellen zu Hirnströmen. Diese sehr kleinen Hirnströme sind schwer zu messen und zu interpretieren, erlauben aber äußerst vielfältige und einzigartige Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns. In seinem Labor wird Ehinger zunächst eine methodisch fundierte Basis für die Analyse von Hirnstromdaten unter Augenbewegungen und anderen Bewegungen (z.B. bewegte Bilder, aber auch bewegte Arme, Beine etc.) entwickeln. Auf dieser Basis sollen dann die Methodiken mit kognitiven Modellen verbunden werden.Über Benedikt Ehinger: Benedikt Ehinger, geboren 1989 in Oberschwaben, hat in Osnabrück Kognitionswissenschaften studiert und promoviert. Ab 2018 war er PostDoc im Predictive Brain Lab am Donders Institute for Brain, Cognition and Behaviour in den Niederlanden, einem Forschungsinstitut für Kognitive Neurowissenschaften. 2019 wurde ihm der Inpjin-Bakker-Grundwald-Preis für Exzellente Nachwuchswissenschaft verliehen. Zum 1. August hat er nun die SimTech-Tenure-Track-Professur Computational Cognitive Systems übernommen.
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