Urtikaria: Patienten und Ärzte sehen Potenzial digitaler Lösungen

Arzt und Patientin betrachten ein Smartphone-Display
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Trotz positiver Grundeinstellung bestehen Unsicherheiten gegenüber digitalen Anwendungen im Urtikaria-Management. Forschende empfehlen gezielte Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz und bessere Aufklärung.

Ein Autorenteam aus Deutschland untersuchte die Akzeptanz, den wahrgenommenen Nutzen sowie potenzielle Hürden bei der Anwendung digitaler Gesundheitsdienste, wie medizinischer Apps und Videosprechstunden, unter Patienten mit chronischer Urtikaria (CU) und ihren Versorgungsteams. Sie stellten fest, dass Unsicherheiten und Vorbehalte bestehen, obwohl viele Patienten und Ärzte das Potenzial digitaler Gesundheitstechnologien zur Verbesserung des Urtikariamanagements erkennen würden. Die gezielte Adressierung dieser Bedenken sowie die Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz seien entscheidend für die zukünftige integrierte Versorgung.

Die quantitative Erhebung wurde an verschiedenen spezialisierten Zentren, Facharztpraxen und allgemeinmedizinischen Einrichtungen durchgeführt und bezog sowohl Patienten als auch Ärzte ein. Die Forschenden verwendeten standardisierte Fragebögen zur Bewertung der digitalen Gesundheitskompetenz, der Technikbereitschaft und Einstellung zur Nutzung digitaler Gesundheitsdienste im Management der CU.

Ein erheblicher Anteil der 121 befragten Patienten und 101 Ärzte bewertete digitale Gesundheitstechnologien als vorteilhaft im Management der CU, wobei 59,5 Prozent der Patienten und 75,3 Prozent der Ärzte deren Nutzen bestätigten. Allerdings äußerten sich 21,5 Prozent der Patienten und 14,9 Prozent der Behandler neutral, während 8,3 Prozent der Patienten und 4,0 Prozent der Ärzte diese Technologien als wenig hilfreich einstuften.

Zentrale Hürden für die Implementierung waren Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, Defizite in der technischen Infrastruktur sowie fehlende Bekanntheit vorhandener digitaler Gesundheitslösungen. Aufgrund des Querschnittdesigns und der Selbstangaben halten die Autoren der Studie weiterführende Untersuchungen zur Bestätigung der Ergebnisse für notwendig. (ins)