Urtikaria: Subtypen durch Ausschlagsmorphologie unterscheiden

Kind mit Urtikaria
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Forschende der Universität Kobe (Japan) fanden charakteristische Ausschlagsformen bei cholinerger Urtikaria, die mit unterschiedlichen Symptomen und Begleiterkrankungen verbunden sind.

Die cholinerge Urtikaria (CholU) ist durch juckende papulöse Quaddeln gekennzeichnet, die durch verschiedene temperatursteigernde Stimuli wie körperliche Aktivität, Baden oder emotionalen Stress ausgelöst werden. Obwohl die Klassifikation der CholU in Subtypen auf Basis der Pathogenese und klinischen Merkmale für ein optimales Management als wichtig gilt, wurde der Ausschlagtyp bislang nur selten als klinisches Merkmal evaluiert. Eine japanische Autorengruppe veröffentlichte daher im „American Journal of Clinical Dermatology“ eine Studie, in der sie die Assoziationen zwischen unterschiedlichen Ausschlagtypen bei CholU und deren klinischen Phänotypen untersuchte sowie die zugrundeliegenden Mechanismen jedes Ausschlagtyps betrachtete.

Die Autoren gehen davon aus, dass die Art des Ausschlags einen wichtigen Beitrag zur Diffe-renzierung der klinischen Subtypen der CholU leisten kann. Ihren Angaben zufolge entwickeln CholU-Patienten Exantheme unterschiedlicher Färbung und Morphologie. Gänsehaut-artige Exantheme, die sich von den typischen Quaddeln unterscheiden, treten dabei häufig in Kombination mit Hypohidrose auf.

Im Rahmen der retrospektiven ­Studie schlossen die Forschenden 64 Patienten mit CholU ein, die die Dermatologische Abteilung des Kobe University Hospital aufsuchten. Klinische und fotografische Daten nach Belastungsprovokation und/oder thermoregulatorischem Schweißtest wurden ausgewertet und dienten der Klassifikation in eine Rote-Quaddel/Erythem-Gruppe (n=44) und eine Gänsehaut-Gruppe (n=20). Der autologe Schweiß-Hauttest (ASwST) und der autologe Serum-Hauttest (ASST) wurden zur Bewertung der Schweiß- bzw. Serumreaktivität durchgeführt. Atopische Dermatitis (AD) und Hypohidrose beurteilten die Forschenden gemäß Leitlinien. Mit univariablen logistischen Analysen untersuchten sie die Zusammenhänge zwischen Ausschlagtyp und klinischen Merkmalen (Alter, Geschlecht, ASwST/ASST-Ergebnisse, AD, Hypohidrose, Pruritus, Schmerz). Die multivariable logistische Analyse umfasste ausschließlich Geschlecht und Alter.

Die Rote-Quaddel/Erythem-Gruppe zeigte typische punktförmige oder konfluierende erythematöse Quaddeln. Die Gänsehaut-Gruppe wies follikuläre, gänsehautartige Exantheme mit oder ohne Erythem auf. Im Vergleich zur Roten-Quaddel/Erythem-Gruppe waren in der Gänsehaut-Gruppe mehr Männer (85% vs. 38,6%) vertreten sowie Hypohidrose (89,4% vs. 35,7%) und Schmerz (89,5% vs. 37,8%) häufiger. Dagegen war die Rote-Quaddel/Erythem-Gruppe häufiger ASwST-positiv (68,4% vs. 20%) sowie häufiger von AD (58,1% vs. 5,3%) und Pruritus (78,4% vs. 10,5%) betroffen.

Univariable Analysen bestätigten ASwST-Positivität, AD und Pruritus als signifikant mit der Roten-Quaddel-/Erythem-Gruppe assoziiert, Hypohidrose und Schmerz hingegen mit der Gänsehaut-Gruppe. In der multivariablen Analyse war männliches Geschlecht signifikant mit der Gänsehaut-Gruppe verbunden. (ins)