US-Studie: Tirzepatid könnte die Behandlung von Adipositas, Nierenkrankheiten und Herzinsuffizienz verbessern

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Tirzepatid verbessert die Nierenfunktion und die kardiovaskulären Ergebnisse bei adipösen Patienten mit Herzinsuffizienz und erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) im Vergleich zu Placebo nach einem Jahr. Das zeigen die Ergebnisse der Studie SUMMIT.

Rund 60 Prozent der Studienteilnehmer litt zusätzlich an einer chronischen Nierenkrankheit, was eine höhere Gesamtrate kardiovaskulärer Todesfälle oder einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz – der primäre Endpunkt der SUMMIT-Studie – mit sich brachte. Tirzepatid reduzierte das Risiko des primären Endpunktes jedoch bei Patienten mit und ohne Nierenkrankheit in ähnlichem Maße.

In der neuen Datenanalyse konzentrierten sich die Forscher auf Patienten mit Adipositas, chronischer Nierenkrankheit und HFpEF, da diese häufig interagierende Ursachen haben und mit schlechten Behandlungsergebnissen einhergehen, was auf einen erheblichen ungedeckten Bedarf hindeutet. Die Forschungsergebnisse wurden auf der Jahrestagung des American College of Cardiology vorgestellt und in der Fachzeitschrift „Journal of the American College of Cardiology“ veröffentlicht.

Trias von Erkrankungen im Fokus

„Das Zusammenspiel dieser drei Erkrankungen weist eine Patientengruppe als außergewöhnlich risikobehaftet aus, was bedeutet, dass sie einen außergewöhnlich hohen Bedarf an wirksamen Behandlungen hat“, sagt Dr. Milton Packer, Erstautor der Studie. „Dieses Medikament verbessert die Nierenfunktion, Adipositas und die HFpEF-Ergebnisse und verbessert somit alle drei Elemente, die zusammenwirken und dieses Syndrom verursachen“, fügt er hinzu.

Tirzepatid zielt auf zwei Rezeptoren ab, um Fettzellen zu verkleinern und die Auswirkungen vergrößerter Fettzellen auf die Herz- und Nierengesundheit zu reduzieren. Das Medikament ist von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration zur Behandlung von Adipositas aufgrund seiner gewichtsreduzierenden Wirkung sowie zur Behandlung von Typ-2-Diabetes aufgrund seiner positiven Wirkung auf den Blutzuckerspiegel zugelassen. Frühere Studien zeigten eine Verbesserung der Nierenfunktion mit anderen Medikamenten derselben Klasse. SUMMIT untersuchte nun erstmals die Auswirkungen von Tirzepatid auf Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit Adipositas, chronischer Nierenkrankheit und HFpEF – einer Trias von Erkrankungen, von der schätzungsweise zwei bis drei Millionen Erwachsene in den USA betroffen sind.

Verschlechterung nach einem Jahr

An der SUMMIT-Studie nahmen 731 Patienten mit HFpEF und einem Body-Mass-Index von 30 kg/m2 oder höher teil. Etwa 60 Prozent der Studienteilnehmer litten zudem an einer chronischen Nierenkrankheit. Die Hälfte der Teilnehmer erhielt randomisiert Tirzepatid, die andere Hälfte ein Placebo. Weder die Patienten noch ihre Ärzte wussten, welches Behandlungsschema ihnen zugewiesen worden war.

Nach einem Jahr wiesen Patienten unter Tirzepatid im Vergleich zur Placebogruppe eine um 38 Prozent niedrigere Rate an kardiovaskulären Todesfällen oder einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz (definiert als Verschlechterung der Herzinsuffizienzsymptome zusätzlich zu einem Krankenhausaufenthalt oder einer Intensivierung der Diuretika-Therapie) auf. Teilnehmer unter Tirzepatid erzielten zudem einen besseren durchschnittlichen Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire Clinical Summary Score (KCCQ-CSS) als die Placebogruppe, was eine signifikante Verbesserung im Hinblick auf den zweiten primären Endpunkt der Studie darstellt.

Für beide primären Endpunkte beobachteten die Forscher unter Tirzepatid eine ähnliche Verbesserung bei Patienten mit und ohne chronische Nierenkrankheit. Insgesamt zeigten Teilnehmer mit chronischer Nierenkrankheit im Vergleich zu Teilnehmern ohne chronische Nierenkrankheit in mehreren Parametern schlechtere Ergebnisse. Sie zeigten im Durchschnitt schwerere Herzinsuffizienzsymptome und hatten ein doppelt so hohes Risiko, dass sich ihre Herzinsuffizienz während der Studie verschlimmerte.

Kritik: Viele Patienten erhalten keine wirksame Behandlung

Die Forscher nutzten zwei Marker zur Beurteilung der Nierenfunktion: Kreatinin und Cystatin C nach 12, 24 und 52 Wochen. Letztendlich zeigten die Teilnehmer unter Tirzepatid signifikante Verbesserungen gegenüber denen unter Placebo in Bezug auf beide Nierenfunktionsmarker, obwohl die Ergebnisse im Zeitverlauf und bei verschiedenen Patientengruppen unterschiedliche Muster zeigten. „Die meisten Patienten mit Adipositas, die an HFpEF und chronischer Nierenkrankheit leiden, erhalten keine wirksame Behandlung“, kommentiert Packer. „Wir waren sehr erfreut über die Verbesserung der Nierenfunktion, die mit den positiven Auswirkungen auf das Herz und auf Adipositas einherging“, ergänzt er.

Forscher erklärten, dass sowohl der Kreatinin- als auch der Cystatin-C-Spiegel durch Faktoren wie Adipositas und Skelettmuskelmasse beeinflusst werden können. Trotz dieses potenziellen Störfaktors bestätigt die Übereinstimmung der beiden Messwerte hinsichtlich der Richtung der Veränderung in den Studiengruppen den positiven Einfluss von Tirzepatid auf die Nierenfunktion, so Packer.