US-Studie zeigt Vorteile prospektiver Keimbahntests bei urogenitalen Tumoren2. Januar 2025 Genomanalyse (Symbolbild). Grafik (KI-generiert): sctung – stock.adobe.com Mithilfe eines prospektiven Keimbahntests (GGT) haben US-Wissenschaftler eine hohe Prävalenz pathogener Keimbahnvarianten (PGVs) in Genen erblicher Krebsformen bei Patienten mit urogenitalen (GU) Tumoren festgestellt. Sie plädieren daher für den universellen Einsatz solcher Tests. Die Mediziner der Mayo Clinic in Phoenix (AZ, USA) hatten ihren Patienten mit neuen oder aktiven Diagnosen von GU-Malignomen (Prostata, Blase und Niere) von April 2018 bis März 2020 einen GGT angeboten. Der Test umfasste ein Next-Generation-Sequencing-Panel mit >80 Genen. Für ihre Untersuchung werteten die Autoren demografische Merkmale, Tumoreigenschaften und genetische Ergebnisse aus. Dabei fanden sie heraus, dass die Mehrheit der PGVs auf der Grundlage der Leitlinien des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) zu GU-Tumoren übersehen worden wären. Von den 3095 an der Studie teilnehmenden Personen hatten 601 Patienten GU-Krebs (Prostata: 358, Blase: 106, Nieren: 137). Das mittlere Alter bei Einschluss in die Studie betrug 67 Jahre (SD 9,1), 89% der Patienten waren männlich und 86% nichthispanische Weiße. Bei 82 (14%) aller GU-Patienten wurden PGVs festgestellt. Die Aufschlüsselung der PGV-Prävalenz nach Krebsart lautete: 14% Prostatakrebs, 14% Blasenkrebs und 13% Nierenkrebs. Fast ein Drittel der festgestellten PGVs waren hochpenetrant und die Mehrheit davon (67%) war klinisch behandelbar. Inkrementelle PGVs, die nach der NCCN-Leitlinie nicht entdeckt worden wären, waren bei 28 (57%) Prostatakrebs-, 15 (100%) Blasenkrebs- und 14 (78%) Nierenkrebspatienten festzustellen. Bei 29 (35%) der 82 Patienten mit PGV-Befunden wurde ≥1 Verwandter einem Kaskadentest auf die identifizierten familiären Varianten unterzogen. „Bei mehr als 1 von 8 Patienten mit GU-Malignomen wurde eine PGV festgestellt“, stellen Erstautor Mouneeb M. Choudry und Kollegen fest. „Die Mehrheit dieser PGVs wäre anhand der aktuellen Testkriterien nicht identifiziert worden“. Sie plädieren daher für den universellen Einsatz des GGT bei GU-Malignomen und betonen dessen Potenzial, die Risikobewertung zu verbessern und präzise uroonkologische Maßnahmen anzuleiten. (ms)
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