USA: Auswirkungen des Drogenkonsums auf Mortalität14. April 2020 © goldencow_images – stock.adobe.com Dr. Dana A. Glei von der Georgetown University in Washington und Prof. Samuel H. Preston von der University of Pennsylvania in Philadelphia, USA, haben den Versuch unternommen, das volle Ausmaß der drogenassoziierten Mortalität in den USA abzuschätzen. Unter den Bewohnern im Alter von 15–64 Jahren, die in den 50 US-Bundesstaaten leben, war die geschätzte Anzahl drogenbedingter Todesfälle im Jahr 2016 (141.695) 2,2-fach höher als die Anzahl der drogenkodierten Todesfälle (63.000). Unerwünschte Trends bei der Mortalität im mittleren Lebensalter seit 2010 seien größtenteils auf die drogenassoziierte Mortalität zurückzuführen, berichten die Autoren. Sie nehmen an, dass ohne Drogenkonsum die Wahrscheinlichkeit, im Alter zwischen 15 und 65 Jahren zu sterben, nach 2010 bei Männern weiter gesunken wäre (auf 15% im Jahr 2016) und bei Frauen auf einem niedrigen Niveau (10%) geblieben wäre. Die Ergebnisse legten nahe, dass zusätzliche 3,9% der Männer und 1,8% der Frauen im Jahr 2016 zwischen 15 und 65 Jahren aufgrund des Drogenkonsums starben. Glei und Preston schätzen, dass der Drogenkonsum in Bezug auf die Lebenserwartung über das 15. Lebensjahr hinaus Männer durchschnittlich 1,4 Jahre und Frauen 0,7 Jahre gekostet hat. Im am stärksten betroffenen Bundesstaat (West Virginia) gehen die Autoren sogar von 3,6 Jahren bei Männern und 1,9 Lebensjahren bei Frauen aus. Fazit Unter Verwendung drogenkodierter Todesfälle als Indikator für die Dynamik des Drogenkonsums schließen die Studienautoren, dass der Drogenkonsum die Mortalität in den USA in etwa doppelt so stark geprägt hat wie die allein durch drogenkodierte Todesfälle implizierten. (sf) Autoren: Glei DA, Preston SH Korrespondenz: Dana A. Glei; [email protected] Studie: Estimating the impact of drug use on US mortality, 1999–2016 Quelle: PLOS ONE, 15.01.2020 Web: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0226732