USA: Gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis von Lungenkrebs-Screening13. Februar 2020 © m.mphoto – stock.adobe.com Eine US-amerikanische Arbeitsgruppe hat verschiedene Lungenkrebs-Screening-Modelle bzw. Empfehlungen mit unterschiedlichen Höchstaltern der zu Untersuchenden in Bezug auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis miteinander verglichen. Laut dem Programm der U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF), das von einem Höchstalter von 80 Jahren ausgeht, werden bei dem Screening-Ansatz der Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) Personen höchstens bis zum 77. Lebensjahr untersucht und im Rahmen des National Lung Screening Trial (NLST) sogar nur bis zu einem Alter von 74 Jahren. Der Vergleich zeigte, dass alle 3 Ansätze Programme mit gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis darstellen. Trotz der zugrunde liegenden Unsicherheit weisen die NLST- und CMS-Screening-Strategien laut den Verfassern der aktuellen Studie eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür auf, dass sie kostengünstig sind. Unter Verwendung von Informationen, die für alle Programme erhoben wurden (Rauchverhalten, Kosten, Lebensqualität), wurden in 4 unabhängig voneinander entwickelten Mikrosimulationsmodellen die Gesundheits- und Kosten-Outcomes jährlicher Lungenkrebs-Screenings mit Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) evaluiert. Datenquellen waren der NLST, der Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening Trial, das SEER-Programm (Surveillance, Epidemiology, and End Results), die Nurses‘ Health Study and Health Professionals Follow-up Study und der U. S. Smoking History Generator. Die Zielpopulation bildeten aktuelle und ehemalige sowie Niemals-Raucher im Alter von 45 Jahren aus der US-amerikanischen Geburtenkohorte von 1960, der Zeithorizont lag bei 45 Jahren. Gemessen wurden die inkrementellen Kosten-Nutzen-Relationen (ICER) bei einer Zahlungsbereitschaftsschwelle von 100.000 US-Dollar (USD) pro qualitätsbereinigtem Lebensjahr (QALY). Die 4 Modelle zeigten, dass die NLST-, CMS- und USPSTF-Screening-Strategien kosteneffizient waren, mit ICER im Durchschnitt von 49.200 USD, 68.600 USD bzw. 96.700 USD pro QALY. Das Heraufsetzen der Altersgrenze, an der das Screening eingestellt werden sollte, führte zu einer stärkeren Senkung der Mortalität, aber auch zu höheren Kosten und einer höheren Überdiagnoserate. Probabilistische Sensitivitätsanalysen zeigten, dass die NLST- und CMS-Strategien mit höherer Wahrscheinlichkeit kosteneffizient sind (98% bzw. 77%) als die USPSTF-Strategie (52%). Zu den Schwächen dieser Auswertung gehört, dass man in den Szenarien von einer 100%igen Einhaltung des Screenings ausging und die Modelle über die Daten der klinischen Studie hinaus extrapoliert wurden. Fazit Alle 3 Ansätze stellen Programme mit einem gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis dar. Trotz der zugrunde liegenden Unsicherheit weisen die NLST- und CMS-Screening-Strategien eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür auf, dass sie kostengünstig sind. (ac) Autoren: Criss SD et al. Korrespondenz: Chung Yin Kong; [email protected] Studie: Cost-Effectiveness Analysis of Lung Cancer Screening in the United States: A Comparative Modeling Study Quelle: Ann Intern Med 2019;171(11):796–804. Web: https://doi.org/10.7326/M19-0322