Uveitisbedingtes Makulaödem: Intraokulare Corticosteroide eignen sich am besten zur Behandlung3. Juli 2023 OCT eines Makulaödems.Foto.© University of California San Francisco/ Nisha Acharya Eine klinische Studie zeigte, dass eine wiederholte Behandlung mit Corticosteroid-Injektionen das Sehvermögen von Patienten mit persistierendem oder rezidivierendem uveitisbedingtem Makulaödem verbessern konnte. Im Vergleich zu intravitrealen Injektionen mit Methotrexat oder Ranibizumab erzielte die Corticosteroid-Behandlung eine stärkere Verringerung der Netzhautschwellung und war die einzige Therapie in der Studie, die zudem das Sehvermögen verbesserte. Der Bericht wurde im Fachjournal „Ophthalmology“ veröffentlicht. Finanziert wurde die Klinische Studie vom National Eye Institute. „Vor dieser Studie kannten wir nicht die beste Behandlung für ein persistierendes oder rezidivierendes Makulaödem, eine der Hauptursachen für den Sehverlust bei Menschen mit Uveitis“, sagte Prof. Douglas A. Jabs von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Baltimore/USA und Vorsitzender der Studie. „Diese Studie deutet stark darauf hin, dass wiederholte intraokulare Corticosteroid-Injektionen intravitrealen Injektionen von Methotrexat oder Ranibizumab überlegen sind.” Die Erstbehandlung des uveitisbedingten Makulaödems zielt darauf ab, die Entzündung zu kontrollieren und die Flüssigkeit unter der Netzhaut zu reduzieren. Während einige Patienten dieses Ziel mit oralen Kortikosteroiden erreichen, benötigen die meisten Patienten mit Makulaödem auch intraokulare Kortikosteroid-Injektionen. Eine solche Behandlung erfolgt zum Beispiel über das intraokulare Dexamethason-Implantat. Intraokulare Corticosteroide können jedoch den Druck im Auge erhöhen und ein hoher Augeninnendruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für das Glaukom. Des Weiteren können intraokulare Corticosteroide zu einer Katarakt führen. Studiendesign In dieser Studie verglichen die Forschenden drei Behandlungen für uveitisbedingte Makulaödeme: die intraokulare Corticosteroid-Injektion, die Injektion des Medikaments Ranibizumab und die Injektion des entzündungshemmenden Medikaments Methotrexat. Anti-VEGF-Injektionen werden zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration sowie von Makulaödemen anderer Ursachen, wie zum Beispiel der diabetischen Retinopathie, eingesetzt. Frühere kleine Pilotstudien deuteten darauf hin, dass Ranibizumab-Injektionen und die entzündungshemmende Wirkung von Methotrexat dazu beitragen könnten, das uveitisbedingte Makulaödem zu verringern. An der Untersuchung nahmen 194 Teilnehmer (225 Studienaugen) mit gut kontrollierter Uveitis, aber persistierendem oder wiederkehrendem Makulaödem teil. Davon erhielten 65 Teilnehmer ein Dexamethason-Corticosteroid, 65 Methotrexat und 64 Ranibizumab. Die Studie wurde an 33 klinischen Zentren in den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Australien und Indien durchgeführt. Alle Teilnehmer hatten zuvor mindestens eine intravitreale Corticosteroid-Injektion zur Behandlung eines uveitisbedingten Makulaödems erhalten. Die Injektionsschemata für jede Gruppe basierten darauf, wie die jeweilige Behandlung in der klinischen Praxis im Allgemeinen angewendet wird. Die Teilnehmer der Corticosteroid-Gruppe erhielten eine Dexamethason-Implantat-Injektion zu Beginn der Studie und falls sich das Makulaödem nicht zurückgebildet hatte, eine weitere Injektion nach acht Wochen. Die Methotrexat-Probanden bekamen eine Injektion zu Beginn der Studie und, wenn sich das Makulaödem nicht zurückbildete, weitere Injektionen nach vier und acht Wochen. Das Ranibizumab wurde den Teilnehmenden zu Beginn, nach vier und nach acht Wochen injiziert, auch wenn sich das Makulaödem zurückbildete. Verbesserung des Sehvermögens durch Dexamethason Nach zwölf Wochen konnte in allen drei Gruppen eine Verringerung der Netzhautschwellung beobachtet werden. Am stärksten war dieser Rückgang jedoch in der Dexamethason-Gruppe (35 % bei Corticosteroid; 20 % bei Ranibizumab; 11 % bei Methotrexat). Darüber hinaus zeigten nur die mit dem Corticosteroid Behandelten eine Verbesserung des Sehvermögens um fast fünf Buchstaben. In der Corticosteroid-Gruppe kam es häufiger zu leichten Erhöhungen des Augeninnendrucks, aber ein Anstieg auf hohe Werte war in allen drei Gruppen selten (< 10 %). „Die Behandlung mit intraokularen Corticosteroiden ist nach wie vor die wirksamste Therapie für das Uveitis-bedingte Makulaödem”, sagte die Hauptautorin der Studie, Dr. Nisha Acharya von der University of California San Francisco /USA. „Die Verbesserung der Sehkraft bei den Teilnehmern, die mit Corticosteroid behandelt wurden, war sehr vielversprechend.“
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