Uwe Platzbecker erhält „Van Bekkum-Award“ im Namen der Deutschen MDS-Studiengruppe12. April 2019 Prof. Uwe Platzbecker, Universitätsklinikum Leipzig. Bild: © Stefan Straube/UKL Auf dem 45. Jahrestreffen der „Europäischen Fachgesellschaft für Blutstammzelltransplantation“ (EBMT) in Frankfurt/Main ist Prof. Uwe Platzbecker, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am UKL, Bereich Hämatologie und Zelltherapie am Universitätsklinikum Leipzig, mit dem „Van Bekkum-Award“ für die beste wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet worden. Der Preis gilt als der renommierteste, den die EBMT vergibt. Platzbecker nahm den Preis im Namen der „Deutschen MDS-Studiengruppe“ entgegen, die wesentlich zum Erfolg dieser Studie beigetragen hat. Unter dem Begriff MDS (Myelodysplastisches Syndrom) wird eine Gruppe von Erkrankungen des Knochenmarks zusammengefasst, bei denen die Blutbildung nicht von gesunden, sondern von genetisch veränderten Stammzellen ausgeht. Viele der Patienten mit Hochrisiko-MDS entwickeln schnell eine akute Leukämie, weshalb eine Stammzelltransplantation die einzige potenziell heilende Therapie darstellt. Dieses Verfahren weist aber auch Risiken auf, insbesondere bei älteren Patienten. Mit Hilfe von „VidazaAllo“ sollte die Frage geklärt werden, ob eine Transplantation von Knochenmark oder Stammzellen bei MDS-Patienten im Alter bis 70 Jahren überlegener ist als die Standardtherapie, das heißt eine alleinige Chemotherapie mit Azacitidin. Die von Platzbecker gemeinsam mit Prof. Nicolaus Kröger aus Hamburg initiierte Studie „VidazaAllo“ rekrutierte insgesamt 170 Hochrisiko-MDS-Patienten in 14 klinischen Zentren Deutschlands. Die Azacitidin-basierte Behandlung erhielten zunächst alle beteiligten MDS-Patienten für vier Zyklen. Anschließend wurden nur diejenigen Patienten transplantiert, für die ein komplett passender Stammzellspender identifiziert werden konnte. Patienten ohne Spender erhielten weiterhin die Standardtherapie. Als Ergebnis der Studie zeigte sich ein deutlicher Überlebensvorteil für die Transplantation im Vergleich zur Standardtherapie. Denn nach drei Jahren lebten noch 49 Prozent der transplantierten und nur 22 Prozent der nicht-transplantierten Patienten. „Die Studienergebnisse können als Paradigmenwechsel gelten, vor allem weil das mittlere Alter der beteiligten Patienten bei 63 Jahren lag“, betont Platzbecker. „Das, was bisher bereits für Jüngere bekannt war, nämlich eine Transplantation durchzuführen und so einen Überlebensvorteil zu schaffen, gilt nun auch für ältere Hochrisiko-MDS-Patienten“, fügt er hinzu. Das Preisgeld von 5000 Euro geht paritätisch an die „Deutsche MDS-Studiengruppe“ sowie die ebenfalls geehrte „Deutsche Kooperative Transplant-Studiengruppe“, vertreten durch Prof. Martin Bornhäuser aus Dresden.
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