Verändertes Darmmikrobiom als Vorbote für Morbus-Crohn-Schübe4. Dezember 2019 © regine schöttl – stock.adobe.com Individuelle Veränderungen des Darmmikrobioms bei Patienten mit ruhendem Morbus Crohn erhöhen das Risiko für Exazerbationen erheblich und könnten ein Modell für die personalisierte Intensivierung einer präventiven Therapie darstellen. Das berichten die Autoren einer aktuellen Analyse, in der die Langzeitdynamik der Zusammensetzung des Darmmikrobioms in einer prospektiven Beobachtungskohorte von Patienten mit ruhendem M. Crohn (45 Fälle, 217 Proben) über einen Zeitraum von 2 Jahren oder bis zum Auftreten eines klinischen Schubes untersucht wurde. Patienten, die sich in klinischer Hinsicht sowie in Bezug auf Biomarker und Mucosabild in Remission befanden, zeigten im Vergleich zu gesunden Kontrollen einen signifikant verringerten Mikrobenreichtum und einen erhöhten Dysbiose-Index. Von den 45 Patienten mit ruhendem M. Crohn erlitten 12 (27%) während der Nachbeobachtung einen Schub. Proben von Patienten mit ruhender Erkrankung vor einem Schub wiesen eine signifikant verringerte Häufigkeit von Christensenellaceae und S24.7 sowie eine erhöhte Häufigkeit von Gemellaceae im Vergleich zu Patienten auf, die sich durchgehend in Remission befanden. Ein kompositer Schub-Index ließ Rückschlüsse auf einen nachfolgenden Schub zu. Bemerkenswerterweise, so die Autoren, war eine höhere individuelle mikrobielle Instabilität bei ruhender Erkrankung unter Verwendung von 2 vor einem Schub gewonnenen Proben mit einem höheren Risiko für einen nachfolgenden Schub verbunden (HR 11,32; 95%-KI 3-42; p=0,0035). Fazit Individuelle mikrobielle Variationen bei ruhendem CD erhöhen das Risiko einer zukünftigen Exazerbation erheblich und könnten ein Modell für eine personalisierte Intensivierung der präventiven Therapie darstellen. (ac) Autoren: Braun T et al. Korrespondenz: Tzipi Braun; [email protected] Studie: Individualized Dynamics in the Gut Microbiota Precede Crohn‘s Disease Flares Quelle: Am J Gastroenterol 2019;114:1142–1151. Web: https://doi.org/10.14309/ajg.0000000000000136