Veränderungen der Schilddrüsenfunktion im Alter mit erhöhter Sterblichkeit assoziiert6. Oktober 2026 Bild: sebra/stock.adobe.com Wie sich die Schilddrüsenfunktion im Laufe des Lebens verändert, hängt unter anderem von Alter, Geschlecht und Jodversorgung ab. Eine internationale Individualdatenanalyse zeigt zudem, dass Veränderungen der Schilddrüsenhormone im Alter mit einer erhöhten Gesamtsterblichkeit assoziiert sind. Bislang ist unklar, wie sich die Schilddrüsenfunktion im Alter verändert und welche klinische Bedeutung diese Veränderungen haben. Ein internationales Forschungsteam führte daher eine Individualdatenanalyse durch, in der altersbedingte Veränderungen der Schilddrüsenfunktion sowie der Zusammenhang mit der Gesamtsterblichkeit analysiert wurden. Die altersbedingte Entwicklung der Schilddrüsenfunktion unterschied sich in der Studie je nach Geschlecht und Jodversorgung. Während die Schilddrüsenfunktion bei den meisten Menschen im Alter weitgehend stabil blieb und der Wert des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) nur leicht anstieg, zeigten ältere Erwachsene eine größere Variabilität der Hormonverläufe. Veränderungen der Schilddrüsenfunktion waren unabhängig vom Muster mit einer erhöhten Gesamtsterblichkeit der Probanden verbunden. Höhere Variabilität bei Erwachsenen ab 65 Jahren Die Forschenden schlossen Individualdaten von 137.488 Teilnehmenden aus 31 bevölkerungsbasierten prospektiven Kohortenstudien mit Daten zur Schilddrüsenfunktion und zur Mortalität bei Erwachsenen ab 18 Jahren ein. Querschnittsanalysen zeigten, dass ein höheres Alter in Regionen mit ausreichender Jodversorgung mit höheren TSH-Werten, in Regionen mit Jodmangel dagegen mit niedrigeren TSH-Werten assoziiert war. In den Längsschnittanalysen stieg der TSH-Wert jedoch unabhängig vom Jodstatus mit zunehmendem Alter an. Zwischen dem 18. und 100. Lebensjahr nahm der TSH-Wert in Regionen mit ausreichender Jodversorgung bei Frauen im Mittel um 0,61 mIU/L und bei Männern um 0,99 mIU/L zu. Bei Personen ab 65 Jahren zeigte sich eine deutlich größere Variabilität sowohl der TSH-Verteilung als auch der individuellen TSH-Verläufe. Für freies Thyroxin (fT4) ergaben sich querschnittlich Hinweise auf höhere Werte im Alter. Längsschnittlich stieg fT4 in Regionen mit ausreichender Jodversorgung leicht an, während in Regionen mit Jodmangel ein Rückgang beobachtet wurde. Verglichen mit einer stabilen Schilddrüsenfunktion waren sämtliche Muster einer Veränderung von TSH und/oder fT4 mit einer erhöhten Gesamtsterblichkeit assoziiert. Die HRs betrugen 1,80 (95 %-KI 1,57–2,06) für steigendes TSH bei stabilem oder sinkendem fT4, 2,45 (95 %-KI 2,01–2,97) für gleichzeitigen Anstieg von TSH und fT4, 2,45 (95 %-KI 1,99–3,01) für gleichzeitigen Abfall von TSH und fT4 sowie 1,94 (95 %-KI 1,68–2,24) für sinkendes TSH bei stabilem oder steigendem fT4. (hsp)
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