Verbände gegen Kürzungen in der Psychotherapie

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Am 15. April 2026 demonstrierten in Berlin rund 4000 Psychotherapeuten sowie Unterstützende im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages gegen geplante Kürzungen in der Psychotherapie. Anlass sind eine Honorarsenkung um 4,5 Prozent sowie weitere Kürzungspläne der Finanzkommission Gesundheit.

4000 Psychotherapeuten und Unterstützer demonstrierten in Berlin im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages gegen die geplanten Kürzungen in der Psychotherapie. Ein breites Bündnis von psychotherapeutischen Berufs- und Fachverbänden hatte zu der Demo aufgerufen, die vom Bundestag bis zur Zentrale des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) führte. Eine Honorarkürzung um 4,5 Prozent sowie die Kürzung psychotherapeutischer Leistungen in den Plänen der Finanzkommission Gesundheit waren Auslöser der Proteste.

Gemeinsam mit der Petentin Johanna Alisa Jung, deren Petition „Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?“ innerhalb kurzer Zeit über 550.000 Unterschriften erreichte, forderten die Psychotherapeuten die Politik lautstark auf, die Kürzungen in der Psychotherapie zu stoppen.

Jeder hier investierte Euro spart gesamtgesellschaftlich

Die Argumente der Demonstranten waren eindeutig: Angesichts „klammer“ Kassen der gesetzlichen Krankenversicherungen rechnet sich Psychotherapie: Jeder hier investierte Euro spart gesamtgesellschaftlich 2 bis 4 Euro ein. Zugleich macht Psychotherapie nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten innerhalb der GKV-Versorgung aus, und die Fachgruppe der Psychotherapeuten bildet bei den Vergütungen das Schlusslicht. Daher ist es umso unverständlicher, dass der erweiterte Bewertungsausschuss die Vergütung für Psychotherapie auf Betreiben des GKV-SV ab April pauschal um 4,5 Prozent abgesenkt hat und die Finanzkommission Gesundheit den Rotstift ausgerechnet bei den psychotherapeutischen Leistungen ansetzt. Die Demonstrierenden forderten das Bundesministerium für Gesundheit auf, den Beschluss des Bewertungsausschusses zu beanstanden. Außerdem riefen sie dazu auf, weitere Maßnahmen, die die psychotherapeutische Versorgung aushöhlen, zu stoppen.

„Wer an Psychotherapie spart, spart an Menschen in Not. Für diese Einsparungen zahlt man morgen ein Vielfaches – gesellschaftlich, wirtschaftlich und menschlich. Wir werden nicht hinnehmen, dass ausgerechnet ein Bereich gekürzt wird, der nachweislich Leid lindert, Teilhabe ermöglicht und langfristig Kosten senkt. Wir fordern die Politik auf, die Entscheidung des GKV-Spitzenverbands zu stoppen!“, fordert Prof. Rudolf Stark, Vorstandsvorsitzender von unith e.V..

Die Veranstalter senden auch eine klare Botschaft an den GKV-SV, vor dessen Haustür die Demonstration mit einer Abschlusskundgebung endete: Es gebe eine Reihe harter Fakten, die ganz klar für eine Weiterentwicklung der psychotherapeutischen Versorgung und nicht für ein Zusammenstreichen sprechen. Sie überreichten ein entsprechendes Faktenblatt und boten wiederholt Unterstützung bei der Entwicklung einer effizienten, leitlinienorientierten psychotherapeutischen Versorgung an.