Verbände schlagen Alarm: Neue Tierarztpraxen braucht das Land

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Die Verbände bpt, VUK und WFG beziehen mit einer klaren gemeinsamen Position zur wirtschaftlichen Lage der Tiermedizin Stellung. Unter anderem warnen sie davor, die wirtschaftliche Zukunft des Berufs auf einen Verteilungskonflikt zwischen Tierhaltern, Angestellten und Praxen zu verengen.

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) und der Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte GmbH (WFG) fordern eine verlässliche Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), im Interesse von Praxen und Angestellten gleichermaßen.

Alle Seiten sind auf eine wirtschaftlich tragfähige Tiermedizin angewiesen, so das Credo der drei Verbände. Im Mittelpunkt müsse die eigentliche Existenzfrage stehen: Lohnt sich eine eigene, inhabergeführte Tierarztpraxis in Deutschland überhaupt noch?

Der Berufsstand altert: Befund ist alarmierend

Nach der aktuellen Tierärztestatistik der Bundestierärztekammerⁱ ist die Zahl der Niedergelassenen 2025 erneut gesunken, auf nun 11.216, während die Zahl der Angestellten weiter gestiegen ist, auf nun 12125. In den meisten Kammerbereichen geht die Zahl der Tierarztpraxen zurück, und der Berufsstand altert.

Immer weniger Tierärztinnen und Tierärzte wagen den Schritt in die Selbstständigkeit, wie die Verbände mitteilen. Das hat Folgen für die flächendeckende Versorgung im Klein- wie im Großtierbereich, vor allem in ländlichen Regionen. Damit vermindere sich auch die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen für angestellte Tierärztinnen und Tierärzte.

Faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen sind für bpt, VUK und WFG nicht nur ein Anliegen, sondern die Basis moderner Tiermedizin. Sie entscheiden darüber, ob der Beruf attraktiv bleibt und ob Praxen die Fachkräfte finden, die sie brauchen, argumentieren die Verbände. Möglich seien gute Bedingungen aber nur auf einer wirtschaftlich tragfähigen Grundlage, und genau hier wachse der Druck durch Kostensteigerungen: bei Energie, Personal, Material und Bürokratie.

Verlässliche GOT mit regelmäßigen Anpassungsmechanismus

„Immer weniger Kolleginnen und Kollegen wagen die eigene Niederlassung. Deshalb brauchen wir bei der gerade laufenden Evaluation der tierärztlichen Gebührenordnung (GOT) das richtige Augenmaß, das die tatsächlichen Kosten abbildet und so sichere Arbeitsplätze und eine flächendeckende Versorgung erhält“, erklären Heiko Färber (bpt), Oliver Volin (VUK) und Dr. Stefan von Rüden (WFG), die Geschäftsführer der drei Verbände, in einer gemeinsamen Erklärung.

Im laufenden Evaluationsprozess erwarten bpt, VUK und WFG eine verlässliche GOT mit einem regelmäßigen Anpassungsmechanismus, die die tatsächlichen Kosten der Praxen abbildet und so das Fundament der freien, inhabergeführten Praxis mit tragfähigen Praxiskonzepten sichert.

Quelle: Bundestierärztekammer (BTK), Tierärztestatistik 2025, Pressemitteilung vom 1. Juni 2026 (Datenstand 31. Dezember 2025), bundestieraerztekammer.de.


Gemeinsame Stellungnahme von bpt, VUK und WFG