Verbesserung der Versorgungsqualität durch Shared Decision Making19. Juni 2018 Prof. Dr. Friedemann Geiger leitet das Projekt „MAKING SDM A REALITY“. Foto: UKSH Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, startet „Making SDM a Reality“. Ziel ist es, Shared Decision Making (SDM) umzusetzen, indem Patienten zukünftig stärker in die Entscheidungen über ihre Behandlungen eingebunden werden. Dafür werden leicht verständliche medizinische Informationen für Patienten bereitgestellt sowie Ärzte und Pfleger in ihrer Kommunikation geschult. Insgesamt werden rund 14 Millionen Euro investiert, um ‚Shared Decision Making‘ (SDM), eine partnerschaftliche Form der Arzt-Patienten-Kooperation, innerhalb der nächsten vier Jahre in sämtlichen Einheiten in Kiel zu etablieren. Mit dem für diese Herausforderung neu entwickelten Interventionsprogramm namens SHARE TO CARE wird auch das Patientenrechtegesetz umgesetzt, das eine Entscheidungsfindung im Sinne von SDM fordert. „Im UKSH ist der Wille des Patienten oberste Maxime. Wir haben uns daher für dieses innovative Programm entschieden, mit dem wir neue Maßstäbe in der Versorgung setzen wollen“, so Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH. Das Kieler Klinikum konnte sich bei der Bewerbung um die Implementierung gegen andere Krankenhäuser in Deutschland durchsetzen. Es gehört nach der Implementierung zu den weltweit führenden Kliniken in diesem Bereich. Mit diesem ambitionierten Vorhaben soll Shared Decision Making zum Standardverfahren der Therapieentscheidung werden. Im klinischen Alltag gilt es dabei, die neuesten medizinischen Erkenntnisse einerseits und die Präferenzen des Patienten andererseits in einem strukturierten Prozess zusammenzuführen. „Wir wollen zeigen, dass wir die am besten passende Behandlung dann identifizieren, wenn Patienten aktiv mitentscheiden. Dafür wollen wir die Voraussetzungen schaffen“, so Projektleiter Prof. Dr. Friedemann Geiger. Das Interventionsprogramm SHARE TO CARE beinhaltet vier Module: Ärztetrainings, Qualifizierung des Pflegepersonals, Anregungen für Patienten sowie die Bereitstellung evidenzbasierter und laienverständlicher Patienteninformation auf der SHARE TO CARE Online-Plattform. Es wird also parallel auf Krankenhausseite und auf Patientenseite angesetzt. Insgesamt soll so die Gesundheitskompetenz von Patienten in Bezug auf ihre eigenen Erkrankungen gefördert werden. Gleichzeitig werden die Versorgungs- und die Indikationsqualität in der Krankenhausmedizin nachhaltig verbessert. Der Erfolg des Projekts wird von unabhängiger Stelle durch die Ludwig-Maximilian-Universität München wissenschaftlich überprüft. Auch von prominenter Seite erhält dieses Projekt Unterstützung. „Ärzte sind Experten für Diagnostik und Behandlung. Aber Experten für ihr eigenes Leben sind und bleiben die Patienten. Ich engagiere mich für mehr Aufklärung und gemeinsame Entscheidungsfindung, weil Humanmedizin für mich bedeutet: Kranke Menschen in ihren persönlichen Präferenzen ernst zu nehmen, auf Augenhöhe zu informieren und zu begleiten“, so Dr. Eckart von Hirschhausen, der sich als Botschafter für das Kieler Innovationsfondsprojekt deutschlandweit einsetzt. Das UKSH kooperiert bei diesem Projekt eng mit Partnern am Universitätsklinikum Tromsø (Norwegen), wo SDM analog etabliert wird. Teile des Programms wurden bereits zum verbindlichen Vorbild für die nationale Versorgung in Norwegen erklärt. Weitere zentrale Projektpartner sind TAKEPART Media + Science, die Ludwig-Maximilian-Universität München sowie die Techniker Krankenkasse. Das Projekt wird ferner von der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unterstützt.
Mehr erfahren zu: "Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden" Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden Fraktionen und Regierung stehen in Schleswig-Holstein geschlossen hinter dem Universitätsklinikum: Viel Geld fließt in Forschung, Versorgung und Modernisierung. Doch die Entscheidung bringt auch neue Schulden für das Land.
Mehr erfahren zu: "Gerüche: Wie Hunger, Aufmerksamkeit und Erfahrung unsere Nase steuern" Gerüche: Wie Hunger, Aufmerksamkeit und Erfahrung unsere Nase steuern Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsgruppe der Universität Magdeburg untersucht, warum Gerüche unterschiedlich wirken und was das über Erkrankungen des Gehirns verrät.
Mehr erfahren zu: "Mögliches Universalvakzin: Einmal sprühen und vor allen Atemwegsinfekten geschützt?" Mögliches Universalvakzin: Einmal sprühen und vor allen Atemwegsinfekten geschützt? Ergebnisse einer experimentellen Studie an Mäusen deuten darauf hin, dass ein potenzieller neuer Impfstoff vor einer ganzen Reihe respiratorischer Krankheitserreger schützen könnte. Dabei halte seine Wirkung lange an, berichten Forschende.