Vergleich zweier Tinnitus-Fragebögen16. Januar 2020 Foto: ©H_Ko/Adobe Stock Eine aktuelle Studie kommt beim Vergleich des Tinnitus Functional Index (TFI) sowie der Tinnitus Questionnaire (TQ) zu dem Ergebnis, dass beide Tinnitus-Fragebögen eine hohe konvergente Validität aufweisen. Eine vollständige Entlastung der Tinnituswahrnehmung wird durch die gegenwärtigen therapeutischen Interventionen nur selten erreicht; eine adäquate Therapie jedoch kann eine spürbare Verminderung des Tinnitus erbringen. Zur Validierung der Therapieeffekte stehen verschiedene Tinnitus-Fragebögen zur Verfügung; insbesondere der Tinnitus Functional Index (TFI) sowie der Tinnitus Questionnaire (TQ) kommen häufig zum Einsatz. In der vorliegenden Studie stellten die Autoren die Frage, inwieweit die beiden Tinnitus-Fragebögen bezüglich der Behandlungen und ihrer Ergebnisse miteinander vergleichbar sind. Sie bedienten sich hierzu der Daten von 100 Tinnitus-Patienten, die mittels der validierten niederländischen Version des TFI sowie des TQ befragt wurden. Jeder Patient wurde in 6 Sitzungen Neuromodulation behandelt; die Patienten füllten die Fragebögen vor sowie nach der Therapie und bei einer Follow-up-Visite (7 Wochen nach Therapie) aus. Die Intraklassen-Korrelation (ICC) wurde festgelegt und die Konsistenz zwischen TFI und TQ bemessen. Die Gesamtwerte von TFI und TQ zeigten vor Therapie (ICC = 0,82) und nach Therapie (ICC = 0,82) eine weitgehende Übereinstimmung. Der ICC zeigte zum Follow-up eine niedrigere, aber immer noch gute Übereinstimmung (ICC = 0,79). Die Gesamtwerte von TFI und TQ nahmen mit der Zeit signifikant ab. Bei den Patienten, die beim Follow-up verbal davon berichteten, dass ihre Tinnitusbeschwerden nach Behandlung abgenommen hätten, lag der Anteil der Patienten, die eine klinisch signifikante Verbesserung zeigten, im TFI (Abnahme von ≥ 13 Punkten) bei 50 % und im TQ (Abnahme von ≥ 12 Punkten) bei 33 %; diese Differenz ist von keiner statistischen Signifikanz (p = 0,13). Die Analyse der Übereinstimmung zwischen TFI und TQ hinsichtlich subjektiv wahrgenommener Besserung und klinischem Effekt ergab einen Kappa-Wert von 0,36 für den TFI und von 0,29 für den TQ. Das Fazit: TFI und TQ weisen hohe konvergente Validität auf und beide sind zur quantitativen Wirksamkeitsmessung geeignet. Der TFI ist etwas kürzer und weist eine etwas höhere Übereinstimmung zwischen klinisch und selbst wahrgenommenen Behandlungseffekten auf. (am)
Mehr erfahren zu: "Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen" Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) befürchtet, dass mit der jetzigen Ausgestaltung der Hybrid(H)-DRGs das angestrebte Ziel der Ambulantisierung nicht erreicht werden kann. Er fordert daher eine sachgerechte Refinanzierung vor […]
Mehr erfahren zu: "„Ungewöhnlich früh“: Allergiker leiden schon unter Pollenflug" „Ungewöhnlich früh“: Allergiker leiden schon unter Pollenflug Die Erkältungszeit ist noch nicht vorbei, da stehen die nächsten Plagegeister vor der Tür: Haselpollen. In einigen Regionen ist der Pollenflug so stark wie noch nie Mitte Januar.
Mehr erfahren zu: "Studien zu Kopf-Hals-Tumoren: Gründe für vorzeitigen Abbruch" Studien zu Kopf-Hals-Tumoren: Gründe für vorzeitigen Abbruch Warum scheitern Studien zu Kopf-Hals-Tumoren, bevor sie Ergebnisse liefern können? Eine neue Analyse deckt die beiden häufigsten Gründe auf: Entscheidungen der Sponsoren mit Blick auf Sicherheit oder Wirksamkeit und mangelhafte […]