Verlust des Geruchssinns bei Long-COVID: Schlüsselfaktor identifiziert18. Januar 2023 Foto: Design Cells/stock.adobe.com Wie eine aktuelle Studie zeigt, hängt der Verlust des Geruchssinns nach einer COVID-19-Erkrankung mit einem andauernden Angriff des Immunsystems auf olfaktorische Nervenzellen sowie mit dem damit assoziierten Rückgang der Anzahl dieser Zellen zusammen. Auch wenn die Studienergebnisse sich vor allem auf den Verlust des Geruchssinns konzentrieren, könnten sie nach Ansicht der Autoren auch Hinweise auf mögliche zugrunde liegende Ursachen anderer Long-COVID-Symptome geben, die durch ähnliche biologische Mechanismen ausgelöst werden. „Eines der ersten Symptome, das typischerweise mit einer SARS-CoV-2-Infektion assoziiert wurde, war der Verlust des Geruchssinns“, sagte Studienautor Bradley Goldstein, M.D., Ph.D. und Professor an der Duke University, Durham, USA. Glücklicherweise würden sich viele Betroffene von diesem Geruchsverlust erholen, einige aber nicht. Es brauche ein besseres Verständnis dafür, warum diese Untergruppe von Menschen unter einem über Monate oder Jahre nach einer SARS-CoV-2-Infektion andauerndem Verlust des Geruchssinns leidet, so Goldstein weiter. Im Rahmen der Studie analysierten Goldstein und sein Team Proben des olfaktorischen Epithels aus 24 Biopsien, darunter von neun Patienten, die unter langfristigem Verlust des Geruchssinns nach einer COVID-19-Erkrankung litten. Die Analyse der Biopsien zeigte eine ausgedehnte Infiltration von T-Zellen, die an einer inflammatorischen Antwort im olfaktorischen Epithel beteiligt waren. Diese Entzündungsreaktion hielt an, ohne dass SARS-CoV-2 nachgewiesen werden konnte. Zusätzlich war die Zahl olfaktorischer, sensorischer Neuronen reduziert, möglicherweise aufgrund der Gewebeschädigung durch die andauernde Entzündungsreaktion, so die Vermutung der Autoren. „Diese Ergebnisse sind bemerkenswert“, betonte Goldstein. „Es ähnelt fast einer Art von Autoimmun-Prozess in der Nase.“ Goldstein zufolge ist das Wissen darum, welche Regionen geschädigt sind und welche Zelltypen beteiligt sind, der Schlüssel für neue Therapieansätze. Sein Team sei durch die Tatsache, dass die Neuronen anscheinend eine gewisse Regenerationsfähigkeit erhalten konnten, zuversichtlich gestimmt. „Wir sind optimistisch, dass die Modulation der abnormalen Immunantwort oder des Reparaturprozesses in der Nase der Patienten dabei helfen könnte, ihren Geruchssinn – zumindest teilweise – wiederherzustellen“, sagte Goldstein. Er wies darauf hin, dass sein Team daran aktuell forsche. (ja)
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