Vermehrter Salzkonsum kann kardiovaskuläres Risiko erhöhen28. April 2022 © Sharif – stock.adobe.com (Symbolbild) Ob vermehrter Salzkonsum das kardiovaskuläre Risiko tatsächlich erhöht, gilt noch immer als umstritten. Grund dafür ist vor allem, dass sich die Salzaufnahme nur sehr ungenau bestimmen lässt. Eine genauere Methode stellt die 24-h-Messung des Salzgehaltes im Urin über mehrere Tage dar. Ein US-amerikanisches Forschungsteam verwendete in ihrer Auswertung die Forschenden die Daten von 10.709 einzelnen Teilnehmern aus 6 prospektiven Kohorten allgemein gesunder Erwachsener (Durchschnittsalter 51,5 ±12,6 Jahre; 54,2% Frauen). Die Natrium- und Kaliumausscheidung wurde mithilfe von ≥2 Messungen des 24-h-Urins pro Teilnehmer ermittelt. Das primäre Ergebnis war ein kardiovaskuläres Ereignis (koronare Revaskularisierung oder tödlicher oder nichttödlicher MI oder Schlaganfall). Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 8,8 Jahren kam es unter den Teilnehmern zu 571 kardiovaskulären Ereignissen (Inzidenzrate 5,9/1000 Personenjahre). Die mediane 24-h-Natriumausscheidung im Urin betrug 3270 mg (10.–90. Perzentil 2099–4899). Eine höhere Natriumausscheidung, eine niedrigere Kaliumausscheidung und ein höheres Natrium-Kalium-Verhältnis waren in Analysen, die für Störfaktoren kontrolliert wurden, alle mit einem höheren kardiovaskulären Risiko verbunden (p≤0,005 für alle Vergleiche). In Analysen, die das 4. Quartil des Urin-Biomarkers (höchster Wert) mit dem 1. Quartil (niedrigster Wert) verglichen, betrugen die HRs 1,60 (95%-KI 1,19–2,14) für die Natriumausscheidung, 0,69 (95%-KI 0,51–0,91) für die Kaliumausscheidung und 1,62 (95%-KI 1,25–2,10) für das Natrium-Kalium-Verhältnis. Jede tägliche Erhöhung der Natriumausscheidung um 1000 mg war mit einer Erhöhung des kardiovaskulären Risikos um 18% assoziiert (HR 1,18; 95%-KI 1,08–1,29). Gleichfalls war jede tägliche Erhöhung der Kaliumausscheidung um 1000 mg mit einer 18%igen Verringerung des Risikos verbunden (HR 0,82; 95%-KI 0,72–0,94). Fazit Anhand der 24-h-Messung des Salzgehaltes im Urin über mehrere Tage bestätigte nun ein US-amerikanisches Forschungsteam eine Assoziation zwischen vermehrter Natrium- und verminderter Kaliumaufnahme mit einem höheren Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis. (ah) Autoren: Ma Y et al. Korrespondenz: Yuan Ma; [email protected] Studie: 24-Hour Urinary Sodium and Potassium Excretion and Cardiovascular Risk Quelle: N Engl J Med 2022;386(3):252–263. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2109794
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