Versorgung Herzkranker mit MRT und CT: Röntgengesellschaft sieht Verbesserungsbedarf22. November 2021 Foto: ©LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com Wie gut sind herzkranke Patientinnen und Patienten bundesweit mit kardiovaskulären, radiologischen Leistungen versorgt? Eine aktuelle Veröffentlichung zeigt, dass es bereits ein dichtes Netz von spezialisierten radiologischen Zentren sowie Expertinnen und Experten in Deutschland gibt – aber auch, wo noch Verbesserungspotenzial besteht. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland und beeinträchtigen die Lebensqualität zahlreicher Patientinnen und Patienten. Aktuelle medizinische Leitlinien und wissenschaftliche Veröffentlichungen zeigen, dass bei der Diagnose, Therapiesteuerung und Verlaufskontrolle von Herzerkrankungen minimal invasive radiologische Methoden eine immer wichtigere Rolle spielen – da sie invasive Methoden, wie zum Beispiel die Herzkatheteruntersuchung, in vielen Fällen überflüssig machen. Radiologinnen und Radiologen setzen dabei insbesondere die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Computertomografie (CT) ein. „Welches Verfahren gewählt wird, hängt zum einen von der vermuteten Erkrankung beziehungsweise Fragestellung einerseits und den Patientinnen und Patienten andererseits ab“, erklärt Prof. Claas Philip Nähle, Oberarzt am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Uniklinik Köln. Während die MRT zum Beispiel bei der Diagnostik der Herzmuskelentzündung mittlerweile die Untersuchungsmethode der Wahl ist, rückt die CT zur Abklärung und Therapieplanung von Herzkranzgefäßerkrankungen, die bis zum Herzinfarkt führen können, in den Fokus. Herzerkrankungen: dichtes Netz spezialisierter Radiologinnen und Radiologen Wie herzkranke Patientinnen und Patienten bundesweit mit radiologischen Leistungen versorgt sind, zeigt die aktuelle Veröffentlichung „Status der kardiovaskulären Bildgebung in Deutschland“. Die Veröffentlichung basiert auf einer Umfrage in radiologischen Abteilungen von Kliniken und niedergelassenen radiologischen Praxen sowie einer Analyse von Daten der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und der European Society of Cardiovascular Radiology. „Das zentrale Ergebnis der Umfrage ist, dass ein dichtes Netz aus radiologischen spezialisierten Zentren und Expertinnen und Experten in ganz Deutschland vorhanden ist, um die unmittelbare Versorgung mit hochqualitativer kardiovaskulärer Bildgebung sicherzustellen“, erklärt Dr. Malte Sieren, Erstautor der Veröffentlichung und Radiologe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. „So haben Patientinnen und Patienten nahezu überall unmittelbaren Zugang zu entsprechender Expertise und auch die Zuweiserinnen und Zuweiser haben lokale radiologische Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Bemerkenswert ist vor allem, dass alle Institutionstypen, von der Universitätsklinik bis zur Niederlassung, die Expertise bereitstellen und an der Versorgung teilnehmen. Die Befundung wird dabei sowohl von Radiologinnen und Radiologen als auch in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den klinischen Kolleginnen und Kollegen durchgeführt.“ Herz-MRT und Herz-CT in den Leistungskatalog der GKV Das Potential der flächendeckenden Verfügbarkeit radiologischer Expertinnen und Experten zur besseren Versorgung Herzkranker im Bereich der kardiovaskulären Diagnostik ist laut DRG in Deutschland aber noch lange nicht ausgeschöpft. Der Gesellschaft zufolge könne die Diagnostik von Herzerkrankungen viel häufiger nichtinvasiv mit radiologischer Schnittbildgebung erfolgen, statt mit für Patientinnen und Patienten deutlich belastenderen Katheteruntersuchungen. So würden es auch alle aktuellen medizinischen Leitlinien vorsehen. „Trotz dieser Vorteile können Herz-CT und Herz-MRT aber auf Grund fehlender Vergütungsmöglichkeiten in der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht allen Patientinnen und Patienten zugänglich gemacht werden, die laut Leitlinien mit diesen Methoden untersucht werden sollten“, erklärt Prof. David Maintz, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der Uniklinik Köln und Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft Herz- und Gefäßdiagnostik in der DRG. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf für den Gemeinsamen Bundesausschuss, die Herz-CT und Herz-MRT in den Leistungskatalog der GKV aufzunehmen.“ Dieser Schritt sei nicht nur medizinisch, sondern auch gesundheitsökonomisch sinnvoll, da die CT und die MRT des Herzens deutlich teurere Herzkatheteruntersuchungen und stationäre Aufenthalte ersetzen könnten, so die Ansicht der Radiologinnen und Radiologen.
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