Vertrag unterzeichnet: Einrichtung einer Stiftungsprofessur an der Uni-Augenklinik Homburg25. Mai 2018 Aniridie-assoziierte Keratopathie. Foto: © Klinik für Augenheilkunde des UKS Die Universität des Saarlandes und die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung haben am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg einen Vertrag zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur für Limbusstammzellforschung und kongenitale Aniridie unterzeichnet. Dies teilte jetzt die Universitätsaugenklinik Homburg mit. Die Universität des Saarlandes plant die Einrichtung einer „Dr. Rolf M. Schwiete-Stiftungsprofessur für Limbusstammzellforschung und kongenitale Aniridie“ als Forschungsprofessur mit einer Laufzeit von zunächst fünf Jahren. Die Professur wird in Homburg an der Klinik für Augenheilkunde des UKS (Direktor: Prof. Berthold Seitz) angesiedelt sein. Für die Förderung der Rolf M. Schwiete-Stiftungsprofessur stellt die Stiftung der Universität des Saarlandes einen Betrag von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Bei dem Antrag der Universitätsaugenklinik seien für ihn zwei Schwerpunkte ausschlaggebend gewesen, erläuterte Dr. Jürgen Staiger, der Vorstandsvorsitzende der in Mannheim ansässigen Schwiete-Stiftung: „Das war einmal der Ansatz, Menschen das Augenlicht zu erhalten mithilfe der Limbusstammzellenforschung. Und es gab den zweiten Schwerpunkt, nämlich den Folgen einer seltenen Krankheit vorzubeugen.“ Über die geplante Dr. Rolf M. Schwiete-Stiftungsprofessur Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Dr. Rolf M. Schwiete-Stiftungsprofessur sind die Limbusstammzellforschung und das Krankheitsbild kongenitale Aniridie. Hierzu gibt die Uni-Augenklinik folgende nähere Erläuterungen: Die Limbusstammzellen sorgen dafür, dass sich die Hornhaut immer wieder selbst regeneriert und so lichtdurchlässig bleibt. Werden diese Stammzellen zerstört – durch einen Unfall, eine Verbrennung oder andere Verletzungen – kann sich die Hornhaut nicht mehr erneuern, sie trübt ein und der Betroffene erblindet. Eine Transplantation von Limbusstammzellen kann dann dabei helfen, die Hornhaut zu erhalten beziehungsweise die Voraussetzungen für eine Hornhauttransplantation zu schaffen. Im Rahmen der Stiftungsprofessur sollen die Prozesse auf molekularer Ebene, durch die die Limbusstammzellen geschädigt werden, besser verstanden und neue Therapieansätze erforscht werden. Dazu gehören die Analyse und Entwicklung von bestehenden und neuen Therapieansätzen und ihren Wirkmechanismen. Es gibt noch etliche Lücken im Verständnis der Physiologie und Molekularbiologie von Bindehaut und Kornea-Epithel und der Differenzierungsprozesse von Limbusstammzellen. Ziel ist die Etablierung von Zellmodellen und Testplattformen, an denen einzelne Prozesse und Signalwege untersucht werden können. Hierbei kommt einer Patientengruppe mit einem PAX6-Gendefekt eine wichtige Rolle zu. Die kongenitale Aniridie ist eine seltene, angeborene Erkrankung, bei der Kinder ohne die Regenbogenhaut des Auges, die Iris, geboren werden. Das Fehlen der Regenbogenhaut ist direkt zu erkennen: Das Auge hat keine Augenfarbe. In der Regel tritt die Aniridie bei beiden Augen auf und führt zu vielfältigen gesundheitlichen Problemen. Neben den Einschränkungen beim Sehen durch Makulahypoplasie, Optikusdysplasie, Katarakt, Glaukome und sogenannte Aniridie-assoziierte Keratopathie, die bis hin zu einer Erblindung führen können, geht die Aniridie oft mit Begleiterkrankungen einher. So können im Zusammenhang mit der Aniridie beispielsweise Diabetes, geistige Behinderungen oder auch bösartige Nierentumoren – Wilms-Tumoren – auftreten. Mit der Stiftungsprofessur soll ein deutsches Aniridie-Register aufgebaut werden, welches eine standardisierte Erfassung der anatomischen, morphologischen und molekularen Veränderungen bei kongenitaler Aniridie gewährleistet. Bei der Erforschung der Pathophysiologie der Aniridie-assoziierten Keratopathie ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Erkrankungen mit Limbusstammzellinsuffizienz, wie zum Beispiel nach Verätzung oder Verbrennung, zu erwarten. Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung Die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung ist laut Mitteilung der Universitätsaugenklinik Homburg eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Mannheim. Sie wurde von Dr. Rolf M. Schwiete von Todes wegen 2013 gegründet und 2014 als rechtsfähige Stiftung anerkannt. Dr. Rolf M. Schwiete führte die Unternehmensgruppe Van Baerle seit 1964. Das Familienunternehmen, das der Vater Dr. Friedrich A. Schwiete erworben und vor seinem Sohn geführt hatte, stellte Wasserglas, Farben sowie Wasch- und Reinigungsmittel her. Unter anderem aus der Unternehmensgruppe resultierte der Grundstock des Vermögens von Dr. Schwiete. Mit den Erträgen aus dem Vermögensstock der Stiftung werden vor allem die folgenden Bereiche gefördert: die Forschung, insbesondere in den Bereichen der Medizin und Chemie die wissenschaftliche Aus- und Fortbildung begabter und charakterlich geeigneter junger Menschen die nationale und internationale Bildung für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit die Kunst und Kultur Quelle: Klinik für Augenheilkunde des UKS
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