Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel schadet der Hirngesundheit5. August 2024 Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen das Risiko für kognitive Beeinträchtigung und Schlaganfall. (Abbildung: © colorcocktail – stock.adobe.com) Hochverarbeitete Lebensmittel (UPF) wurden bereits mit kardiometabolischen Erkrankungen und neurologischen Folgen wie kognitivem Verfall und Schlaganfall in Verbindung gebracht. Es war jedoch noch unklar, ob die Lebensmittelverarbeitung unabhängig vom Ernährungsmuster ein neurologisches Risiko birgt. Ziel einer Beobachtungsstudie von Wissenschaftlern der Harvard Medical School in Boston, USA, war es deswegen, die Zusammenhänge zwischen UPFs und kognitiven Beeinträchtigungen und Schlaganfällen zu untersuchen sowie diese in der Studie „REasons for Geographic and Racial Differences in Stroke“ mit anderen häufig empfohlenen Ernährungsgewohnheiten zu vergleichen. Die Forscher stellten fest, dass die Lebensmittelverarbeitung für die Hirngesundheit älterer Erwachsener tatsächlich wichtig sein kann – und das unabhängig von bekannten Risikofaktoren und Einhaltung empfohlener Ernährungsgewohnheiten. Die prospektive, beobachtende Kohortenstudie fand 2003–2007 in den USA statt und umfasste sowohl afrikanisch- als auch europäischstämmige Erwachsene. Das System zur Klassifikation von Lebensmitteln, NOVA, diente dem Team dazu, Elemente aus einem Basisfragebogen zur Lebensmittelhäufigkeit nach dem Grad der Verarbeitung zu kategorisieren. Teilnehmer mit unvollständigen oder unplausiblen Ernährungsdaten wurden ausgeschlossen. Die Wissenschaftler normalisierten den Verbrauch für jede Nahrungsmittelkategorie auf den Gesamtverbrauch (beides in g) und berechneten Werte zur Quantifizierung der Einhaltung einer Mittelmeer-, Dietary-Approaches-to-Stop-Hypertension(DASH)- und Mediterranean-Intervention-for-Neurodegenerative-Delay(MIND)-Diät. Vorkommende kognitive Beeinträchtigungen definierten sie im Vergleich zu einer normativen Stichprobe anhand einer Leistungsbeurteilung des Gedächtnisses und der Sprachkompetenz. Aufgetretene Schlaganfälle entnahm das Team Krankenakten. Die Kohorte „Kognitive Beeinträchtigungen“ (n=14.175) umfasste Teilnehmer, die zu Studienbeginn keine Anzeichen einer Beeinträchtigung zeigten und sich Folgetests unterzogen, der Kohorte „Schlaganfall“ (n=20.243) gehörten Teilnehmer ohne Schlaganfallgeschichte an. In multivariablen Cox-Proportional-Hazards-Modellen war ein Anstieg der relativen UPF-Aufnahme um zehn Prozent mit einem höheren Risiko für kognitive Beeinträchtigung (Hazard Ratio [HR] 1,16; 95 %-KI 1,09–1,24; p=1,01×10-5) und die Aufnahme von unverarbeiteten oder minimal verarbeiteten Lebensmitteln mit einem geringeren Risiko einer kognitiven Beeinträchtigung assoziiert (HR 0,88; 95 %-KI 0,83–0,94; p=1,83×10-4). Ein vergleichbarer Zusammenhang bestand in multivariablen Cox-Modellen auch zwischen einer höheren UPF-Aufnahme (HR 1,08; 95 %-KI 1,02–1,14; p=1,12×10-2) oder dem Verzehr unverarbeiteter/minimal verarbeiteter Lebensmitteln (HR 0,91; 95 %-KI 0,86–0,95; p=2,13×10-4) und dem Schlaganfallrisiko. Des Weiteren war die Wirkung von UPF auf das Schlaganfallrisiko bei afroamerikanischen Teilnehmern größer (UPF-Interaktion nach Abstammung: HR 1,15; 95 %-KI 1,03–1,29; p=1,50×10-2). Die Zusammenhänge zwischen UPF und kognitiven Beeinträchtigungen sowie Schlaganfällen waren unabhängig von der Einhaltung der Mittelmeer-, DASH- und MIND-Diäten. (sh)
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