Vesikovaginale Fisteln: Psychologischer Leidensdruck in Entwicklungsländern

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Vesikovaginale Fisteln treten häufig bei gebärenden Frauen in afrikanischen Ländern auf. Zu den Ursachen zählen neben einer traumatischen Geburt auch die mangelnde geburtshilfliche Versorgung. Aufgrund der Folgeerscheinungen werden diese Frauen häufig von der Gesellschaft ausgeschlossen. Kanadische Forscher stellen die Lage in Burkina Faso vor.

Gesponsert von der kanadischen Fondation Mères du Monde en Santé, arbeiteten Julie Désallieres vom La Salle Hospital und ihre Kollegen gemeinsam mit dem Boromo-Hospital in dem westafrikanischen Land Burkina Faso. Mit semigerichteten Interviews folgten die Forscher den Prinzipien der teilnehmenden anwendungsbezogenen Forschung. Die Befragungen erfolgten vor der operativen Behandlung sowie 1–2 Jahre nach der Operation direkt im Heimatdorf der Teilnehmerinnen. Zwischen 2012 und 2015 konnten Désaillieres und ihre Kollegen 39 Frauen interviewen.

Wie bereits vermutet, tragen Armut, Geschlechterungleichheit hinsichtlich Entscheidungen, Defizite im Gesundheitssystem und mangelnde Behandlungsmöglichkeiten dazu bei, dass sich bei den Betroffenen vesikovaginale Fisteln bilden. Die Studienautoren beobachteten ebenfalls, welches Stigma diese Frauen erleiden, wenn sie nicht behandelt werden. Unter anderem spielten Gerede, Scham und Selbstausgrenzung wichtige Rollen. Betroffene erfuhren nur in sehr begrenztem Maße Unterstützung von ihrer Gemeinde. Nach der Operation schienen die Patientinnen vollständig sozial rehabilitiert zu sein, so die Studienautoren. Allerdings hatten die Teilnehmerinnen weiterhin Angst hinsichtlich ihrer Fähigkeit, erneut Kinder zu gebären. Auch finanzielle Unsicherheiten trugen dazu bei, dass sie selbst oder ihre Gemeinde weiterhin Vorbehalte besaßen.

Aufgrund der Auswirkungen einer solchen Erkrankung betonen die Forscher die Notwendigkeit, Betroffene so früh wie möglich zu operieren. Hierfür müsste jedoch das Gesundheitswesen sowohl auf lokaler als auch nationaler Ebene unbedingt verbessert werden.

Autoren: Désalliers J et al.
Korrespondenz: Julie Désallieres, La Salle Hospital, McGill University, La Salle, Kanada; [email protected]
Studie: Impact of surgery on quality of life of women with obstetrical fistula: a qualitative study in Burkina Faso
Quelle: Int Urogynecol J 2017;28(7): 1091–1100.
Web: link.springer.com/journal/192

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