VHF-bedingte Kardiomyopathie: Absetzen der Herzinsuffizienz-Medikation nach Rhythmuskontrolle vermutlich sicher24. März 2026 Bei VHF-bedingter Kardiomyopathie kann nach Rhyhtmuskontrolle und LVEF-Normalisierung möglicherweise auf die Einnahme einer Herzinsuffizienz-Medikation verzichtet werden. (Symbolfoto: ©redaktion93/stock.adobe.com) Nach erfolgreicher Rhythmuskontrolle und normalisierter LVEF könnte die Herzinsuffizienz-Therapie verzichtbar sein: Die Studie WITHDRAW-AF zeigt, dass ein Absetzen bei vielen Patienten mit VHF-bedingter Kardiomyopathie ohne Funktionsverlust möglich ist. Eine Kardiomyopathie aufgrund von Vorhofflimmern (VHF) ist eine wichtige, reversible Ursache für eine systolische Dysfunktion des linken Ventrikels. Aktuell wird in der klinischen Praxis die Herzinsuffizienz(HF)-Pharmakotherapie trotz normalisierter LVEF dauerhaft fortgeführt. Studiendaten der multizentrischen randomisierten Studie WITHDRAW-AF deuten jedoch an, dass dies möglicherweise unnötig ist. Darin war ein Absetzen der HF-Medikation nach VHF-Rhythmuskontrolle und einer damit einhergehenden Normalisierung der LVEF bei den meisten Patienten in den folgenden sechs Monaten nicht mit einem Abfall der LVEF verbunden. Früher versus verzögerter Therapieabbruch An WITHDRAW-AF nahmen zwischen 2021 und 2024 insgesamt 60 Patienten (Durchschnittsalter 60 Jahre) teil, die aufgrund eines persistierenden VHF (<1 Jahr) eine VHF-bedingte Kardiomyopathie entwickelt hatten. Zum Zeitpunkt des Studieneinschluss waren sie jedoch aufgrund einer erfolgreichen VHF-Kontrolle (97 % Katheterablation) seit ≥6 Monaten im Sinusrhythmus und ihre LVEF hatte sich normalisiert. Jeweils die Hälfte der Teilnehmer wurde randomisiert entweder einer Gruppe mit frühem Therapieabbruch (Gruppe A) oder einer Gruppe mit fortgesetzter Therapie über sechs Monate und anschließendem verzögertem Therapieabbruch (Gruppe B) zugeteilt. Alle Teilnehmer beendeten die Therapie und nahmen an der 12-monatigen Nachbeobachtung teil. Gruppen hinsichtlich aller Endpunkte vergleichbar Der primäre Endpunkt war der randomisierte Vergleich der Aufrechterhaltung einer LVEF von ≥50 Prozent nach sechs Monaten, gemessen mittels kardialer Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT). Im Ergebnis hatten nach sechs Monaten noch 90 Prozent der Teilnehmer, bei denen die HF-Therapie frühzeitig beendet wurde, eine LVEF ≥50 Prozent und 100 Prozent der Teilnehmer, die bis zu diesem Zeitpunkt weiterbehandelt wurden (OR 1,18; 95 %-KI 0,27–2,82; p=0,47). Die im Kardio-MRT gemessene LVEF war zu diesem Zeitpunkt (Gruppe A: LVEF 58 %; 95 %-KI 54–60 vs. Gruppe B: LVEF 59 %; 95 %-KI 55–64; p=0,236) und auch über alle Studienzeitpunkte hinweg (p=0,37 für gemischte Effekte) vergleichbar zwischen den Gruppen. Zu den sekundären Endpunkten zählten kardiales Remodeling, funktioneller Status, Biomarker, Lebensqualität und das Wiederauftreten von Arrhythmien unter bzw. ohne HF-Therapie. Auch diese waren in der Gesamtpopulation mit und ohne HF-Therapie vergleichbar. (ah/BIERMANN)
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