Viele Zystinurie-Patienten haben Bluthochdruck und Nierenprobleme6. März 2019 Bei Zystinurie kommt es zu einer erhöhten Ausscheidung von Zystin (Bild) und von strukturverwandten Aminosäuren. Grafik: logos2012 – fotolia.com Urologen und Nephrologen eines britischen Spezialzentrums für Zystinurie zeigen in einer aktuellen Untersuchung, dass die Prävalenz von Bluthochdruck und Niereninsuffizienz bei Patienten mit Zystinurie hoch ist. Die Ärzte um Kay Thomas von der King’s College London Medical School analysierten die prospektive Datenbank ihres Zentrums und schlossen 120 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 40 (19–76) Jahren in die Studie ein. Davon waren 66 männlich (55 %) und 54 weiblich (45 %). 54 von 120 Patienten (45 %) nahmen Medikamente ein, um die Steinbildung zu verhindern. 78 Prozent (94/120) der Patienten gaben an, sich einem oder mehreren steinbezogenen Verfahren unterzogen zu haben. 59 Prozent (55/94) von ihnen haben im Laufe ihres Lebens mindestens eine perkutane Nephrolitholapaxie oder ein offenes Verfahren benötigt. Die Prävalenz von Hypertonie betrug 50,8 Prozent (61/120) und war bei Männern doppelt so hoch wie bei Frauen (62,1 % vs. 37,0 %, p=0,0063). Der durchschnittliche Kreatinin-Ausgangswert betrug 88,2 (49–153) µmol/l und die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) lag bei 77,6 (32–127) ml/min/1,73 m². Nach Stadium der chronischen Nierenerkrankung (CKD) kategorisiert, hatten nur 24,6 Prozent der Patienten (27 % vs. 21 %, Männer vs. Frauen) eine normale Nierenfunktion (eGFR >89 ml/min/1,73 m2). 57,6 Prozent der Patienten waren im CKD-Stadium 2 und 17,8 Prozent im CKD-Stadium 3. Frauen hatten eine etwas höhere Inzidenz von Nierenfunktionsstörungen. Alle Patienten, die zuvor eine Nephrektomie (n=10) oder eine schlecht funktionierende Niere (n = 19) hatten, leiden an Niereninsuffizienz (CKD-Stadium 2 oder 3). Fazit: Die Häufigkeit von Bluthochdruck bei Patienten mit Zystinurie beträgt 51 Prozent, wobei Männer stärker betroffen sind. Nur 25 Prozent haben eine normale Nierenfunktion. Dies hebt den Autoren zufolge die langfristigen kardiovaskulären und renalen Risiken hervor, welche die metabolischen Wirkungen der Zystinurie hervorrufen, zusätzlich zu den Herausforderungen bei der Behandlung der wiederkehrenden Urolithiasis. (ms) Publikation: Kum F, Wong K, Game D et al. Hypertension and renal impairment in patients with cystinuria: findings from a specialist cystinuria centre. Urolithiasis 2019 Feb 25. doi: 10.1007/s00240-019-01110-8
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