Vielversprechendes neues Ziel im Kampf gegen Hirnmetastasen bei Hautkrebs13. März 2024 (Symbolbild) Foto: © Herney – pixabay.com Einem österreichisch-deutschen Team unter Leitung von Torben Redmer an der Vetmeduni Wien sowie Josefine Radke von der Universitätsmedizin Greifswald gelang möglicherweise ein Durchbruch im Kampf gegen die Metastasierung des „schwarzen Hautkrebses”. Das maligne Melanom – auch bekannt als „schwarzer Hautkrebs“ – ist die bösartigste Form des Hautkrebses. Einer der Gründe für seine Gefährlichkeit liegt darin, dass sich im Zuge der Erkrankung bei bis zu 40% aller MelanompatientInnen Hirnmetastasen entwickeln. Dies ist ein ernsthaftes Hindernis für eine erfolgreiche Therapie. Die Forschenden identifizierten nun den MET-Rezeptor als ein vielversprechendes neues Ziel für zukünftige Therapien von Melanom-assoziierten Hirnmetastasen. Die Entwicklung von primären und sekundären Hirntumoren wird stark durch das Zusammenspiel von Tumorzellen und Zellen aus der Tumor-Mikroumgebung – insbesondere Stromazellen des Hirns wie Astrozyten, Mikroglia, infiltrierten Makrophagen – und die daraus resultierende Aktivierung von Entzündungsprozessen bestimmt. Obwohl die neuroinflammatorischen Prozesse, die mit der Entwicklung und dem Fortschreiten von primären Hirntumoren wie dem Glioblastom einhergehen, intensiv erforscht wurden, sind zahlreiche Mechanismen, die das Entstehen von Hirnmetastasen begleiten, wenig untersucht. Neue prognostische Marker für einen günstigen Krankheitsverlauf In ihrer nun veröffentlichten Studie kombinierten die WissenschafterInnen Transkriptom- und Methylom-Analysen, um die molekularen Merkmale von Melanom-Hirnmetastasen (MBM) in verschiedenen Progressionsstadien zu entschlüsseln, die unabhängig vom Phänotyp (Ecad, NGFR) eine hohe oder niedrige Infiltration von tumorassoziierten Makrophagen und Mikrogliazellen (TAMs) aufweisen. Weshalb das von großer Relevanz ist, erklärt Studien-Erstautor Torben Redmer vom Institut für Medizinische Biochemie und Pathologie der Vetmeduni: „Das Verständnis der Prozesse, die an der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Melanom-Hirnmetastasen beteiligt sind, ist entscheidend für die Entdeckung neuer therapeutischer Strategien.“ Durch pathologische und In-vivo-Untersuchungen konnten die ForscherInnen potenzielle prognostische Marker für einen günstigen Krankheitsverlauf und das Ansprechen auf eine Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICi) identifizieren, darunter APBB1IP und das Interferon-responsive Gen ITGB7. „Bei MBM mit hohen ITGB7/APBB1IP-Werten korrelierte die Anhäufung von TAMs signifikant mit dem Immunscore. Die Aktivierung des MET-Rezeptors wird möglicherweise durch Entzündungsprozesse in metastasierenden Melanomzellen des Gehirns über den von Stromazellen freigesetzten Hepatozyten-Wachstumsfaktor HGF ausgelöst“, so Josefine Radke, die Studien-Letztautorin. MET-Gen als neuer therapeutischer Ansatzpunkt Da die Aktivierung des MET-Rezeptors in den Melanomzellen, die das Gehirn besiedeln, die Selbsterhaltung und Expansion des Tumors fördern und dem Erfolge einer ICi-Therapie entgegenwirken könnte, ergibt sich laut Torben Redmer und Josefine Radke ein neuer Ansatzpunkt: „Die therapeutische Ausrichtung auf MET ist möglicherweise eine vielversprechende Strategie zur Kontrolle der Hirnmetastasierung und zur Verbesserung der Überlebensrate der PatientInnen.“
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