Virale Atemwegsinfekte: Auch humane Rhinoviren/Enteroviren bedürfen klinischer Aufmerksamkeit1. April 2024 Virale Atemwegsinfekte sind bei Kindern häufig, aber nicht immer harmlos. (Foto: © Racle Fotodesign – stock.adobe.com) BETHESDA (Biermann) – Obwohl Infektionen mit Rhino- und Enteroviren (HRV/ENT) bei Kindern häufig vorkommen, sollten Kliniker bei der Behandlung von Kindern mit Atemwegserkrankungen und positivem Virustest auf HRV/ENT dennoch wachsam sein, raten die Autoren einer US-amerikanischen Studie. Dieser zufolge können die klinischen Outcomes von HRV/ENT-Infektionen nämlich ähnlich und in einigen Fällen sogar schlechter sein als bei bekannten hochpathogenen Viren. Das Forscherteam hatte retrospektiv die ambulanten Outcomes von mehr als 1000 Patienten bis 17 Jahren ausgewertet, die positiv auf HRV/ENT, Influenza A/B (FLU) oder respiratorische Synzytialviren (RSV) getestet worden waren. Die nasopharyngealen Proben waren zwischen 2016 und 2019 einzeln zur klinischen Untersuchung mittels Multiplex-Polymerase-Kettenreaktion eingereicht worden. Zielparameter der Studie waren die Tage mit Atemwegssymptomen vor dem Test, Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegssymptomen, Erhalt einer Therapie gegen Atembeschwerden, Erhalt von Antibiotika und Krankenhauseinweisung. Bei der statistischen Analyse berücksichtigten die Autoren Alter und Begleiterkrankungen der Studienteilnehmer. Insgesamt flossen 1355 positive Proben in diese Analyse ein (HRV/ENT: n=743; FLU: n=303; RSV: n=309). Im Vergleich zu HRV/ENT hatten Kinder mit FLU 28 Prozent weniger Tage mit Atemwegssymptomen (β = -0,32; 95 %-KI -0,46 bis -0,18; p<0,001), weniger Arztbesuche wegen Atemwegssymptomen und eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit, eine Therapie gegen Atembeschwerden oder Antibiotika zu erhalten und ins Krankenhaus eingewiesen zu werden. Bei Kindern mit RSV waren die Anzahl der Tage mit Atemwegssymptomen, die Zahl der Ambulanzbesuche und die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung ähnlich hoch wie bei HRV/ENT, die Wahrscheinlichkeit, eine Therapie gegen Atembeschwerden oder Antibiotika zu erhalten, war hingegen signifikant höher, wie Milissa U. Jones von der University of the Health Sciences in Bethesda, USA, und Kollegen berichten. (ej)
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