Virtuelle Hämatologie/Onkologie-Jahrestagung: „Mehr Wissenschaft – mehr Hoffnung“9. Juli 2020 Foto: © REDPIXEL/Adobe Stock Die COVID-19-Pandemie bestimmt seit Monaten weltweit die Agenda. Vor dem Hintergrund des aktuellen Infektionsgeschehens und der bestehenden Abstands- und Sicherheitsbestimmungen findet die Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie erstmals virtuell statt. Der Formatwechsel ändere jedoch nichts an der hohen wissenschaftlichen Qualität und Attraktivität des länderübergreifenden Kongresses, betont die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO): Vom 9. bis 11. Oktober 2020 würden neueste Daten aus der Grundlagen-, der angewandten und der translationalen Forschung sowie innovative Behandlungsansätze aus den Bereichen der Diagnostik und Therapie von Blut- und Krebserkrankungen vorgestellt. Darüber hinaus werde es auch darum gehen, wie sich das Ziel, das neue Infektionsgeschehen durch SARS-CoV-2 in die gängigen Abläufe der Krebstherapie zu integrieren, realisieren lässt. Wechsel zu einem virtuellen Format Das Programm umfasst zahlreiche Fortbildungen, wissenschaftliche Vorträge und Expertenseminare in einem kompakten und interaktiven Format. Die Vorträge aller Referentinnen und Referenten werden vorab aufgezeichnet und zu den Online-Sessions eingespielt. Alle Sessions werden von einer Vorsitzenden oder einem Vorsitzenden vor Ort in Basel per Live-Übertragung moderiert. Eine zweite Vorsitzende oder ein zweiter Vorsitzender sowie die Referentinnen und Referenten werden per Videokonferenz dazu geschaltet und stehen im Live-Chat für Fragen zur Verfügung. Ein zentrales Element der virtuellen Jahrestagung sind die Präsentation und Diskussion der aktuellen Forschungsergebnisse aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Alle angenommenen Abstracts sind als Video jederzeit für alle eingeloggten Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfügbar. Hoch bewertete Abstracts werden zusätzlich in Live-Sessions von den Vorsitzenden mit den Autorinnen oder Autoren diskutiert. Wissenschaftliche Qualität bleibt erhalten: „Mehr Wissenschaft – Mehr Hoffnung“ Dass der Formatwechsel von einer Präsenzveranstaltung hin zu einem virtuellen Kongress ohne Qualitätsverslust durchgeführt werden kann, betont Prof. Markus Manz, Kongresspräsident der Jahrestagung 2020, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Hämatologie und Direktor der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie am Universitätsspital Zürich: „Wir sind davon überzeugt, dass sich die hohe Qualität der Fortbildungen und wissenschaftlichen Vorträge auch virtuell umsetzen lässt. Auch in diesem Format wird die Jahrestagung 2020 die Verpflichtung zur medizinischen Innovation nach dem Motto ‚Mehr Wissenschaft – Mehr Hoffnung‘ erlebbar machen.“ Das virtuelle Format biete viele Chancen, die ausgesprochen große Dynamik bei der Diagnostik und Therapie von Blut- und Krebserkrankungen abzubilden, einem breiten Publikum aus Expertinnen und Experten der Medizin, anderen therapeutischen Disziplinen, der Pflege aber auch aus der Gesundheitspolitik zugänglich zu machen und den kritischen Diskurs zu ermöglichen, so die Organisatoren. „Im Sinne der gelebten Zusammenarbeit in der Patientenbetreuung werden Sessions für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege, der Psychoonkologie und Sozialmedizin im virtuellen Programm enthalten sein“, so Manz weiter. Highlights der virtuellen Jahrestagung Als besondere Highlights der virtuellen Jahrestagung werden zwei Live-Plenary Sessions mit den diesjährigen Keynote Speakern Prof. Douglas Hanahan (École Polytechnique Fédérale de Lausanne), Prof. Peter Campbell (Wellcome Sanger Institute Hinxton) und Prof. George Coukos (Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV)) das Programm bereichern. Zwei zusätzliche wissenschaftliche Live-Sessions „Essentials SARS-CoV-2/COVID-19“ werden den aktuellen Stand zur Diagnostik, zum Monitoring, zur Therapie und Prävention von SARS-CoV-2/COVID-19 in Kurzvorträgen und einer Live-Podiumsdiskussion beleuchten. COVID-19: Integration in die Krebstherapie Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie betont Prof. Lorenz Trümper, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Direktor der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen, dass COVID-19 als ein neues zu berücksichtigendes und zu integrierendes Element verstanden werden muss. „Wir sind immer wieder mit der Herausforderung konfrontiert, dass unsere Patientinnen und Patienten beispielsweise neben einer Leukämie oder einem soliden Tumor auch noch an anderen Erkrankungen wie Hepatitis oder HIV leiden. Auch hier müssen wir im Rahmen einer individualisierten Therapie Komorbiditäten bei der Therapieplanung berücksichtigen. Das gilt genauso für Patientinnen und Patienten, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind.“ Eine solche Integration von Komorbiditäten in die Krebstherapie ist also prinzipiell nichts Neues, nur handelt es sich bei SARS-CoV-2 um einen relativ neuen Erreger, dessen teilweise dramatische Wirkungen auf den menschlichen Körper noch nicht vollständig verstanden sind. „Gerade für offene Fragen bietet die virtuelle Jahrestagung in diesen schwierigen Zeiten eine wichtige Möglichkeit des Wissensaustauschs“, so Trümper weiter. Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Arzneimittelengpässe ein wichtiges Thema auf der politischen Agenda Mit Blick auf die vom 1. Juli 2020 bis Ende des Jahres laufende EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands begrüßt Trümper die Pläne der Bundesregierung, unter anderem das Thema Arzneimittelversorgung auf die Agenda zu nehmen. „In den letzten Jahren haben wir leider immer wieder erlebt, dass für die Hämatologie und Onkologie essenzielle Arzneimittel nicht lieferbar waren. Das stellt uns bei der Behandlung von Blut- und Krebserkrankungen mitunter vor riesige Herausforderungen, zum Beispiel wenn ein Arzneimittel fehlt, für das es keine Alternative gibt. Aus diesem Grund engagieren wir uns seit vielen Jahren auf diesem Gebiet – beispielsweise vertreten wir die Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften beim Jour Fixe des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.“ Aus Sicht der DGHO ist es laut Trümper also sehr zu begrüßen, dass sich die Bundesregierung dem wichtigen Thema – beispielsweise durch die Förderung der Arzneimittelproduktion in Europa – angenommen hat.
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