Virtuelle Kinderklinik soll bei der Suche nach freien Betten helfen

In Bayern soll es für Rettungskräfte künftig einfacher werden, einen Klinikplatz für Kinder zu finden. (Foto: © Kzenon – stock.adobe.de)

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek stellt die Weichen dafür, dass Kinder künftig auch bei Krankheitswellen möglichst rasch in ein geeignetes Krankenhaus gebracht werden können. Dazu übergab Holetschek einen Förderbescheid über rund 360.000 Euro für den Start eines „virtuellen Kinderkrankenhauses Bayern“ an die Universität Passau und Vertreter bayerischer Kinderkliniken.

Ziel des Projektes ist es, die Kinderkrankenhäuser miteinander zu vernetzen, damit die Behandlungskapazitäten besser abgestimmt werden können. „In der Praxis bedeutet das, dass der einzelne Arzt und der Rettungsdienst in Zukunft bei Engpässen nicht mehr alle Kinderkliniken im Umkreis abtelefonieren müssen, um einen freien Platz zu finden. Das ist ein wichtiger Fortschritt! Außerdem ist in weiteren Ausbaustufen vorgesehen, dass sich künftig Ärztinnen und Ärzte in Notfallsituationen beispielweise mit Videotelefonie schneller miteinander beraten und gegenseitig unterstützen können“, erklärte Holetschek.

Damit sollen die Versorgung kranker Kinder nicht nur besser und schneller, sondern auch das ärztliche und pflegerische Personal entlastet werden. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege fördert den Aufbau, die Implementierung und den Betrieb sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung der „virtuellen Kinderklinik“ – kurz TeleKiN – für einen Zeitraum von drei Jahren.

„Die massive Welle an RSV-Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen im letzten Herbst und Winter hat gezeigt, vor welchen Herausforderungen unsere Kinderkliniken und -intensivstationen in Deutschland stehen. Weil alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang gezogen haben, konnten wir damals kurzfristig Abhilfe schaffen. Klar ist aber: Zum Wohl der kleinen Patientinnen und Patienten brauchen wir mittel- und langfristig Lösungen und Konzepte, um die Lage nachhaltig zu verbessern! Denn akute Infektionswellen wird es immer wieder geben”, erklärte der Minister.

Im Zuge des Projektes entwickelt die Universität Passau eine Plattform, die die Kinderkrankenhäuser miteinander vernetzt und es so ermöglicht, Behandlungskapazitäten besser abzustimmen. Mit einem Förderprogramm für akutstationäre pädiatrische Einrichtungen in Höhe von fünf Millionen Euro werden darüber hinaus die Beschaffung zusätzlicher Patientenüberwachungs- und Versorgungssysteme sowie investive Maßnahmen zum kurzfristigen Auf- oder Ausbau von Kommunikationsstrukturen zwischen Abteilungen oder Krankenhausträgern gefördert.