Visuelle Verarbeitung: Gehirn lernt mit der Zeit das Ausblenden störender Reize22. April 2025 Für die Analyse der elektrischen Gehirnsignale müssen auch Augenbewegungen erfasst werden, da diese ebenfalls elektrische Signale verursachen. Dafür wurde ein sogenannter Eye Tracker für jede Testperson individuell kalibriert.Foto.©Peter Valckx/Vrije Universiteit Forscher der Universität Leipzig und der Vrije Universität Amsterdam, Niederlande, haben mithilfe von Gehirnstrommessungen (EEG) herausgefunden, dass sich frühe visuelle Verarbeitungsprozesse des Menschen durch wiederholte Erfahrung verändern. Oftmals wird ein Ablenkungsfaktor leichter ignoriert, nachdem man ihm mehrmals begegnet ist. Diese erlernte Unterdrückung ist eine wichtige Komponente des menschlichen visuellen Systems, das ansonsten stark von der willkürlichen Aufmerksamkeitssteuerung beeinflusst wird. In einer Reihe von EEG-Experimenten mit 24 weiblichen und männlichen Probanden untersuchten die Forscher, wie das Lernen die Aufmerksamkeit gegenüber auffälligen Ablenkungsreizen verändert, wenn diese Ablenkungsreize häufig an bestimmten Stellen auftreten. „Wir fanden übereinstimmende Hinweise darauf, dass Lernen die frühen Reaktionen im visuellen System auf diese Reize verändert“, berichtet Dr. Norman Forschack vom Wilhelm-Wundt-Institut für Psychologie der Universität Leipzig, einer der Autoren der Studie. Gehirn lernt ablenkende Reize effizient auszublenden Die Testpersonen in den Experimenten hatten die Aufgabe, ein bestimmtes Zielobjekt ausfindig zu machen, etwa einen grünen Kreis unter grünen Rauten. Dazu wurde ein ablenkendes Reizobjekt, zum Beispiel eine rote Raute, häufig an derselben Stelle platziert. Die Analyse der Hirnaktivität ergab, dass das Gehirn mit der Zeit diese Position bereits in den ersten Momenten der visuellen Verarbeitung abschwächte. Zudem waren die Testpersonen deutlich besser bei der Suche nach dem Zielobjekt, wenn der Störreiz an der erlernten Position erschien, als wenn dieser an anderer Stelle auftauchte. „Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass unser Gehirn nicht nur auf auffällige Reize automatisch reagiert, sondern durch Erfahrung lernt, ablenkende Reize effizient auszublenden“, erklärt Forschack weiter. „Interessanterweise zeigte sich auch bei Zielreizen eine abgeschwächte visuelle Verarbeitung, wenn diese an der Position gezeigt wurden, an der häufig der Störreiz erschien“, ergänzt er. Es bleibe offen, wie sich diese gewohnheitsbedingte Abschwächung visueller Verarbeitung auch im Alltag auswirkt, etwa bei Pendlern, die immer dieselben Strecken fahren. Eine konsistente Gestaltung von Straßen und Verkehrsumgebungen könne hilfreich für die Verkehrssicherheit sein, so die Forscher. Dock Duncan von der Vrije Universität Amsterdam, Erstautor der Studie, resümiert: „Klar ist, dass etablierte Benutzeroberflächen oder Layouts von Lehrbuchkapiteln von Menschen automatisch erlernt und als nützlich empfunden werden und dieser Effekt sich bereits in der grundlegenden visuellen Verarbeitung widerspiegelt.” Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „The Journal of Neuroscience“ veröffentlicht.
Mehr erfahren zu: "EUREQUO: Die Kataraktchirurgie verbessert sich europaweit weiter" EUREQUO: Die Kataraktchirurgie verbessert sich europaweit weiter Im Europäischen Register für Qualitätsergebnisse in der Katarakt- und Refraktionschirurgie (EUREQUO) wurden insgesamt 363.039 Kataraktoperationen erfasst, die im Jahr 2024 in zwölf europäischen Ländern durchgeführt wurden.
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen" Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen Niedrigere Lufttemperaturen können mit einem Anstieg des Augeninnendrucks einhergehen und sollten bei der Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung berücksichtigt werden. Das legt eine neue Studie nahe.