Vitamin D gegen COPD-Exazerbationen: Substanzielle Wirkung nur bei vorbestehendem Mangel24. April 2019 Foto: © adiruch na chiangmai/Fotolia Laut einer neuen Studie kann eine Vitamin-D-Supplementierung bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zur Vorbeugung moderater bzw. schwerer Exazerbationen durchaus sinnvoll sein. Allerdings, so berichten die Wissenschaftler, sei das ihren Erkenntnissen zufolge nur bei Patienten der Fall, die zuvor an einem Vitamin-D-Mangel (25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel <25 nmol/l). Bislang hätte randomisiert-kontrollierte Studien (RCT) zu diesem Thema zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt, schreiben die Forscher zum Hintergrund ihrer Studie. Sie gingen davon aus, dass eine Metaanalyse der Daten einzelner Patienten zu einer Identifizierung solcher Faktoren führen könnte, mit denen sich diese Unterschiedlichkeit der Ergebnisse erklären lässt. Die Wissenschaftler durchsuchten daher Literaturdatenbanken nach RCT, in denen COPD-Patienten eine Vitamin-D-Supplementierung erhalten hatten und in denen sich Informationen zur Inzidenz akuter Exazerbationen finden ließen. Eine Metaanalyse der individuellen wurde unter Verwendung von Fixed-Effects-Modellen mit Adjustierung in Bezug auf Geschlecht, GOLD-Spirometrie-Grad und Studie durchgeführt. Identifiziert wurden vier infrage kommende RCT (560 Patienten insgesamt), und individuelle Patientendaten konnten von 469/472 (99,4 %) Probanden aus drei der gefundenen Studien beschafft werden. Die Wissenschaftler stellten fest, dass eine Supplementation die Gesamtrate moderater bzw. schwerer COPD-Exazerbationen nicht beeinflusste (adjustiertes Inzidenzratenverhältnis [aIRR] 0,94; 95 %-Konfidenzintervall 0,78–1,13). Eine Subgruppenanalyse allerdings ergab, dass ein protektiver Effekt bei Teilnehmern mit einem Ausgangswert für 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel <25 nmol/l zu erkennen war (aIRR 0,55; 95 %-KI 0,36–0,84), nicht aber bei darüber liegenden Werten (aIRR 1,04; 95 %-KI 0,85–1,27; pInteraktion=0,015). Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass die Gabe von Vitamin D nicht den Anteil derjenigen Patienten beeinflusste, die wenigstens ein schwerwiegendes Ereignis erlitten (adjustierte Odds Ratio 1,16; 95 %-KI 0,76–1,75).
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