Vitamin-D-Supplementierung in der Schwangerschaft28. Oktober 2020 © Valerii Honcharuk – stock.adobe.com Eine hochdosierte Vitamin-D-Supplementierung in der Schwangerschaft verbessert die Knochenmineralisierung der Nachkommen bis zum Alter von 6 Jahren im Vergleich zur Standarddosis. Das zeigt eine aktuelle Studie aus Dänemark. Im Rahmen einer prospektiven Studie, an der 623 schwangere Frauen und ihre 584 Kinder teilnahmen, erhielten die Mütter von Schwangerschaftswoche 24 bis 1 Woche nach der Geburt eine Vitamin-D-Supplementierung von 2800 IU/d (hoch dosiert) gegenüber 400 IU/d (Standarddosis). Outcomeparameter waren anthropometrische Maße einschließlich Länge/Größe, Gewicht und Body-Mass-Index bis zum Alter von 6 Jahren sowie Knochenmineralgehalt (BMC) und -dichte (BMD) im Alter von 3 Jahren und 6 Jahren in der Dual-Energy-Bildgebung. Im Alter von 6 Jahren schlossen 517 Kinder (89%) die klinische Nachuntersuchung ab. Eine Mixed-Effects-Modellanalyse der Absorptiometrie-Scans im Alter von 3 und 6 Jahren zeigte, dass Kinder in der Vitamin-D-Gruppe einen höheren Ganzkörper-BMC aufwiesen als Kinder der Placebogruppe: Die mittlere Differenz, bereinigt um Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht, betrug 11,5 g (95%-Konfidenzintervall [KI] 2,3–20,7; p=0,01), die bereinigte Differenz der BMC des Ganzkörpers unter Ausschluss des Kopfes (Total body less head, TBLH) betrug 7,5 g (95%-KI 1,5–13,5; p=0,01), die bereinigte Differenz der BMD des Kopfes betrug 0,023 g/cm2 (95%-KI 0,003–0,004; p=0,03). Die größte Wirkung zeigte sich bei Kindern von Müttern mit Vitamin-D-Mangel (<30 ng/ml) und bei Wintergeburten. In einer Post-Hoc-Analyse fanden die Forscher eine grenzwertig geringere Inzidenz von Frakturen in der Vitamin-D-Gruppe (n=23 vs. n=36; Inzidenzratenverhältnis 0,62; 95%-KI 0,37–1,05; p=0,08), aber keine Unterschiede bei den anthropometrischen Ergebnissen. Die Berücksichtigung einer begleitenden Supplementierung mit mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren änderte die Ergebnisse nicht. Fazit Die Ergebnisse deuteten auf eine höhere empfohlene Schwangerschaftseinnahme hin, die die maximale Knochenmasse, das Frakturrisiko und das Risiko für Osteoporose beeinflussen könnte, erklärten die Autoren. Ein Effekt auf die anthropometrischen Ergebnisse sei nicht feststellbar. (ej) Autoren: Brustad N et al. Korrespondenz: Nicklas Brustad, Herlev and Gentofte Hospital, Kopenhagen, Dänemark Studie: Effect of High-Dose vs Standard-Dose Vitamin D Supplementation in Pregnancy on Bone Mineralization in Offspring Until Age 6 Years Quelle: JAMA Pediatr 2020;174(5):419–427. Web: https://doi.org/10.1001/jamapediatrics.2019.6083
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