Vitamin-D-Supplementierung: Krebsmortalität gesenkt, Inzidenz nicht12. September 2019 © Valerii Honcharuk – stock.adobe.com Die Vitamin-D-Supplementierung reduzierte in einer aktualisierten Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) die Krebssterblichkeit signifikant, die Krebsinzidenz jedoch nicht. Zum Hintergrund schildern die Autoren um Dr. NaNa Keum von der Harvard T.H. Chan School of Public Health, frühere Metaanalysen von RCTs zur Vitamin-D-Supplementierung und Krebsinzidenz und -mortalität hätten inkonsistente Ergebnisse ergeben, in den meisten eingeschlossenen Studien seien im Allgemeinen niedrige Dosen von Vitamin D (≤1100 IE/Tag) zur Anwendung gekommen. Daher wurden in eine aktualisierte Metaanalyse kürzlich durchgeführte RCTs einbezogen, die höhere Dosen von Vitamin-D-Präparaten getestet haben. Zu diesem Zweck durchsuchten die Autoren PubMed und Embase von Anfang an bis November 2018. Die summarischen relativen Risiken (RRs) und die 95%-Konfidenzintervalle (CIs) schätzten sie unter Verwendung eines Random-Effects-Modells ab. Zur Krebsinzidenz schlossen Keum und ihre Kollegen 10 Studien ein (6537 Fälle; 3–10 Jahre Nachbeobachtung; erreichte Konzentrationen des zirkulierenden 25(OH)D in der Interventionsgruppe: 54–135 nmol/l). Die summarische RR betrug 0,98 (95%-KI 0,93–1,03; p=0,42; I2=0%). Die Ergebnisse seien in allen getesteten Subgruppen gleich Null geblieben, auch wenn die erreichten 25(OH)D-Konzentrationen 100 nmol/l überstiegen (RR 0,95; 95%-KI 0,83–1,09; p=0,48; I2=26%), berichten die Forscher. Zur Krebssterblichkeit wurden 5 Studien eingeschlossen (1591 Todesfälle; 3–10 Jahre Nachbeobachtung; erreichte Konzentrationen des zirkulierenden 25(OH)D in der Interventionsgruppe: 54–135 nmol/l). Die summarische RR betrug 0,87 (95%-KI 0,79–0,96; p=0,005; I2=0%), was größtenteils auf Interventionen mit täglicher Dosierung (im Gegensatz zu seltener Bolusdosierung) zurückzuführen war. Die Studienautoren sahen keine statistisch signifikante Heterogenität nach den erreichten 25(OH)D-Konzentrationen (pHeterogenität=0,83), wobei die RR 0,88 (95%-KI 0,78–0,98; p=0,02; I2=0%) für ≤100 nmol/l betrug und 0,85 (95%-Kl 0,70–1,03; p=0,11; I2=0%) für >100 nmol/l. Fazit In der aktualisierten Metaanalyse von RCTs reduzierte die Vitamin-D-Supplementierung die Krebssterblichkeit signifikant, die Krebsinzidenz jedoch nicht. (sf) Autoren: Keum N et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Vitamin D supplementation and total cancer incidence and mortality: a meta-analysis of randomized controlled trials Quelle: Ann Oncol 2019;30(5):733–743. Web: https://doi.org/10.1093/annonc/mdz059