Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren: Wirklich kein Schutz vor kardiovaskulären Ereignissen und Krebs?12. März 2019 © Valerii Honcharuk – fotolia.com In der randomisierten, placebokontrollierten Studie VITAL war weder die Einnahme von Vitamin D noch von Omega-3-Fettsäuren über fünf Jahre mit einem Schutz vor kardiovaskulären Erkrankungen oder Krebs verbunden. Hinweise auf einen Nutzen gab es aber in Subgruppen, etwa bei Menschen, die nur wenig Fisch essen, und bei einigen sekundären Endpunkten. In die Studie wurden fast 26.000 Menschen eingeschlossen, doch es gelang nicht, einen protektiven Effekt der beiden Supplemente zu zeigen. Dies galt zumindest für schwere kardiovaskuläre Erkrankungen und invasive Krebserkrankungen. In der VITAL-Studie erhielten die Studienteilnehmer – Männer ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung – in 4 Gruppen eingeteilt entweder 2000 IU Vitamin D3 (Cholecalciferol) und 1 g Omega-3-Fett-säuren (EPA+DHA; Omacor/Lovaza®, GlaxoSmithKline), 2000 IU Vitamin D3 und ein Placebo, 1 g Omega-3-Fettsäuren und ein Placebo oder 2 Placebokapseln am Tag. Nachbeobachtet wurden sie im Mittel 5,3 Jahre. Insgesamt erkrankten 1617 Studienteilnehmer an Krebs – 793 in der Vitamin-D-Gruppe und 824 in der Placebogruppe. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Ein schweres kardiovaskuläres Ereignis (Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulär bedingter Tod) trat bei 805 Teilnehmern auf – 396 in der Vitamin-D-Gruppe und 409 in der Placebogruppe. Auch hier war der Unterschied statistisch nicht signifikant. Von den mit Omega-3-Fettsäuren behandelten Studienteilnehmern erkrankten 820 an Krebs – im Vergleich zu 797 in der Placebogruppe. Und kardiovaskuläre Erkrankungen traten bei 386 der mit Omega-3-Fettsäuren supplementierten Teilnehmer auf, verglichen mit 419 in der Placebogruppe. Während sich bei den primären Endpunkten keine Assoziation mit der Einnahme von Vitamin D oder Omega-3-Fettsäuren zeigte, fielen einige sekundäre Endpunkte und Subgruppenanalysen durch positive Effekte auf. Das Herzinfarktrisiko war bei Patienten, die Omega-3-Fettsäuren erhielten, um 28 % reduziert, wenn die ersten beiden Jahre Nachbeobachtung aus der Analyse ausgeschlossen wurden. Auch bei Teilnehmern, die weniger als 1,5 Portionen Fisch pro Woche verzehrten, zeigte sich eine Risikoreduktion – um 19 %. Wiesen Studienteilnehmer mehr als 2 kardiovaskuläre Risikofaktoren auf, sank das Risiko in Assoziation mit der Vitamin-D-Einnahme um 63 %. Die Studie liefere somit Evidenz dafür, dass die Supplementation mit Omega-3-Fettsäuren das Herzinfarktrisiko verringert habe, so die Autoren. Doch da sich das Schlaganfallrisiko nicht veränderte, wurde der primäre Endpunkt nicht erreicht. Bei den Teilnehmern in der Vitamin-D-Gruppe gab es außerdem ein Signal für eine Reduktion der Krebsmortalität um 25 %, wenn die beiden ersten Jahre der Nachbeobachtung ausgeschlossen wurden. Fazit: In der Vital-Studie war weder die Einnahme von Vitamin D noch von Omega-3-Fettsäuren über fünf Jahre mit einem Schutz vor kardiovaskulären Erkrankungen oder Krebs assoziiert. (nec) Autoren: Manson JE et al. Korrespondenz: Department of Medicine, Brigham and Women‘s Hospital, Boston, MS, USA Studien: Marine n-3 Fatty Acids and Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer und Vitamin D Supplements and Prevention of Cancer and Cardiovascular Disease Quelle: N Engl J Med 2019 Jan 3;380(1):23–32 und 33–44. Web: www.nejm.org
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