Vitamin K1: Hinweis auf Zusammenhang zwischen Serumspiegel und Krankheitsstatus7. August 2020 © Gargonia – stock.adobe.com Eine wachsende Zahl von Belegen deutet darauf hin, dass Vitamin K positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat, insbesondere auf die Herz-Kreislauf- und Knochengesundheit. Vitamin K1 (Phyllochinon), die vorherrschende Form von Vitamin K im Blut, wird als Indikator für den Vitamin-K-Status angesehen. Es wurden jedoch bisher noch keine Referenzintervalle (RIs) für Vitamin K1 festgelegt. Eine Studie von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Odense (Dänemark) konnte nun im Rahmen ihrer Studie altersabhängige RIs für das Serum-Vitamin-K1 und Vitamin-K1-Triglycerid-Verhältnis in einer genau definierten, gesunden, hellhäutigen Bevölkerung festgelegen. Zudem hatten Personen mit Komorbidität niedrigere Serum-Vitamin-K1-Spiegel, was auf einen Zusammenhang zwischen diesem und dem Krankheitsstatus hindeutet. In ihrer populationsbasierten Studie bestimmten die Forscher Vitamin K1 im Serum von 3808 hellhäutigen Personen ohne Diabetes im Alter von 26–78 Jahren. Der Bedarf für nach Geschlecht und Alter aufgeteilten Vitamin-K1-RIs wurde nach der Lahti-Methode bewertet, und Ausschlusskriterien definiert, um eine möglichst gesunde Studiengruppe zu erhalten. Die ausgeschlossenen Untergruppen wurden ebenfalls auf Unterschiede in den mittleren Vitamin-K1-Serumspiegeln Serum getestet. Die Serumspiegel wurden unter Verwendung einer eigens entwickelten, validierten und hochempfindlichen Online-Festphasenextraktion(SPE)-Flüssigchromatographie(LC)–Tandem-Massenspektrometrie(MS/MS) mit einer Bestimmungsgrenze von 0,05 nmol/l quantifiziert. Das RI für Serum-Vitamin-K1 betrug für Personen im Alter von 26–44 Jahren 0,22–3,95 nmol/l und 0,35–3,70 nmol/l für Personen im Alter von 45–78 Jahren. Ähnliche altersspezifische RI wurden für das Vitamin K1-Triglycerid-Verhältnis festgestellt (0,20–3,16 bzw. 0,31–3,44). Es konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den Geschlechtern festgestellt werden und Vitamin K1 war in allen Serumproben nachweisbar. Bei Personen mit bekannter Komorbidität wurde im Vergleich zu Personen ohne Komorbidität signifikant niedrigeres Serum-Vitamin-K1 festgestellt. Gleiches galt für Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern. Fazit Bei Personen mit bekannter Komorbidität wurden niedrigere Vitamin-K1-Spiegel im Serum gefunden, was auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin K1 im Serum und dem Krankheitsstatus hinweist. Weitere Studien seien erforderlich, um einen optimalen Vitamin-K1-Spiegel im Serum zu bestimmen, so das Resümee der Studienautoren. (sh) Autoren: Anderson IB et al. Korrespondenz: Ida Anderson; [email protected] Studie: In Search of Normality for Vitamin K1: Establishing Age-Dependent Reference Intervals in the Danish Population Quelle: J Appl Lab Med. 2020;5(3):531–543. Web: https://doi.org/10.1093/jalm/jfaa017