Vitiligo: Keine kosmetische, sondern eine unterdiagnostizierte Erkrankung14. November 2022 © Wirestock Creators – stock.adobe.com (Symbolbild) Vitiligo wird möglicherweise nur unzureichend erfasst und diagnostiziert. Die Autoren einer Studie mutmaßen, dass dies zum Teil auf der falschen Vorstellung beruhe, es handele sich nur um eine kosmetische Erkrankung. Ziel der Studie war die Ermittlung der Prävalenz von Vitiligo und die Untersuchung der Beziehung zwischen soziodemografischen und klinischen Merkmalen und Lebensqualität in einer bevölkerungsbasierten, multinationalen Population. Teilnehmer im Alter von ≥18 Jahren wurden über ein Online-Panel in Europa, Japan und den USA rekrutiert, um Fragen zu Hauterkrankungen zu beantworten, die sie möglicherweise erlebt haben. Diejenigen, die Vitiligo (diagnostiziert oder nicht diagnostiziert) oder Vitiligo-Zeichen (Verlust der Hautfarbe, aber kein Wissen über Vitiligo und nicht diagnostiziert) angaben, wurden in die Prävalenzanalysen einbezogen. Teilnehmer, die selbst angaben, dass ihre Vitiligo von einem Arzt diagnostiziert wurde, erhielten eine umfassendere Umfrage zur Beschreibung des Krankheitsverlaufs, des Managements und der Lebensqualität (gemessen mit dem Vitiligo-spezifischen Lebensqualitätsinstrument VitiQoL). Die geschätzte Gesamtprävalenz der Vitiligo unter den 35.694 Umfrageteilnehmern (Europa n=18.785, USA n=8517, Japan n=8392) betrug 1,3% (diagnostiziert 0,6%; nicht diagnostiziert 0,4%; Vitiligo-Symptome 0,3%). Bei 219 offiziell mit Vitiligo diagnostizierten Patienten (Europa n=150; USA n=48; Japan n=21) waren die VitiQoL-Gesamtwerte mit dem Alter (p=0,00017), dem Ausmaß der Krankheit (p<0,0001), dem Krankheitsverlauf (p<0,0001), dem Krankheitsmanagement (p<0,0001) und der Zeit seit der Diagnose (p=0,0015) verbunden. Die Werte variierten je nach Hauttyp und ethnischer Zugehörigkeit. Höhere VitiQoL-Gesamtwerte wurden von Patienten mit Kopfläsionen (p=0,027) und von Patienten mit Kopf- und Hand- und/oder Handgelenkläsionen (p=0,018) berichtet. Die Besorgnis über die Läsionen war groß (Bewertung 8–10 auf einer 11-stufigen Likert-Skala) und variierte je nach geografischer Region. Fazit Die Autoren schlussfolgern, dass die Vitiligo-Prävalenzrate möglicherweise höher als bisher berichtet ist, wobei ein erheblicher Anteil auf Personen entfällt, die keine offizielle Diagnose erhalten haben. Bei den diagnostizierten Vitiligo-Patienten wurde die Lebensqualität am stärksten durch ein Fortschreiten der Erkrankung beeinträchtigt. (am) Autor: Bibeau et al. Korrespondenz: K. Bibeau; [email protected] Studie: Vitiligo prevalence and quality of life among adults in Europe, Japan and the USA Quelle: J Eur Acad Dermatol Venereol 2022 Oct;36(10):1831–1844. Web: https://doi.org/10.1111/jdv.18257