Vogelgrippe bleibt Thema im neuen Jahr

(Symbolbild) Foto: © Klaus Haase – stock.adobe.com

Bereits vor einigen Wochen hatte es in Thüringen eine Reihe von Vogelgrippe-Fällen gegeben. Nun taucht die Erkrankung erneut auf. In Spanien sind zwei aus Hamburg stammende Störche, die GPS-Sender trugen, an der Vogelgrippe verendet.

Nach einigen Wochen Pause sind erneut Fälle von Vogelgrippe in Thüringer Geflügelbeständen aufgetaucht. Im östlichen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises seien zum Jahreswechsel Fälle der ansteckenden und für Geflügel meist tödlich verlaufenden Erkrankung festgestellt worden, teilte das Landratsamt in Mühlhausen mit. Eine Stallpflicht sei bisher nicht erlassen worden. 

Das Landratsamt appellierte an Geflügelhalter, Vorsichtsmaßnahmen wie die Desinfektion von Schuhen und das Tragen von Schutzkleidung einzuhalten. Erhöhte Tierverluste in ihrem Bestand sowie der Fund von verendeten Wildvögeln wie Schwänen, Kranichen oder Kormoranen seien dem Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung zu melden. 

Für die Bevölkerung besteht nach Angaben des Landratsamtes nach derzeitigem Kenntnisstand kein erhöhtes Risiko. In seltenen Fällen könne es jedoch bei intensivem Kontakt mit infizierten Tieren zu einer Ansteckung des Menschen kommen. 

Ende November und Anfang Dezember hatte es viele Vogelgrippefälle unter Wildvögeln bundesweit gegeben. In Thüringen hatte sich – neben weiteren Bundesländern – auch Geflügel infiziert. In einigen Regionen gab es zeitweise eine Stallpflicht.

Sachsen

Bisher blieb die Landeshauptstadt in diesem Winter von dem Virus verschont. Doch nun sind die ersten Fälle nachgewiesen. Die Geflügelpest hat Dresden erreicht: Zwei infizierte Wildvögel

Erstmals in diesem Winter hat die Geflügelpest Dresden erreicht. Ende des vergangenen Jahres seien zwei wilde Graugänse tot an der Kiesgrube im Stadtteil Leuben gefunden worden, die mit dem Geflügelpest-Erreger H5N1 infiziert waren, teilte die Landeshauptstadt mit. Das bestätigten demnach Untersuchungen des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI).

Tote Tiere an Feuerwehr melden

Im Dresdner Stadtgebiet sollten tote Tiere, insbesondere Wildvögel, nicht angefasst werden. Funde können der Feuerwehr gemeldet werden.

Sie sorgt gemeinsam mit den Tierseuchenbekämpfern des Veterinäramts für das Beseitigen der Tierkörper und wenn nötig für eine Untersuchung. Dieses Vorgehen soll einer weiteren Ausbreitung des hochansteckenden Virus entgegenwirken und die lokalen Geflügelbestände schützen. 

Geflügelhalter sind zu erhöhten Sicherheitsmaßnahmen aufgerufen.

Geflügel muss so gehalten werden, dass kein Kontakt zu Wildvögeln möglich ist. Für Stall oder Auslauf sind separate Schutzkleidung und Stallschuhe angeordnet. Sollte ein Tier tot gefunden werden, Symptome zeigen oder weniger Eier legen, muss das Veterinäramt informiert werden.

Bereits mehrere Ausbrüche in Sachsen

Im angrenzenden Landkreis Meißen musste Mitte Dezember wegen eines Geflügelpestausbruchs der gesamte Bestand eines Geflügelbetriebs von rund 310.000 Tiere getötet werden. Zuvor hatte es dort Ausbrüche bei zunächst rund 80.000 und später weiteren 40.000 Legehennen gegeben. 

Im November waren im Landkreis Meißen 8.000 Puten betroffen, Mitte Dezember wurden in einer Gänsezucht im Landkreis Leipzig 6.500 Tiere getötet. Im Zoo Leipzig mussten nach der Erkrankung eines Pelikans weitere sieben Tiere getötet werden. Zudem wurde das Virus bei rund 30 verendeten Wildvögeln im Freistaat nachgewiesen.

Hamburg

Schwäne, Kraniche, Gänse, Enten – mehr als 2.500 Wildtiere sind in Deutschland wegen der Vogelgrippe verendet. Auch in Spanien gibt es viele Fälle, darunter Hamburger Störche mit einem GPS-Sender.

Zwei mit einem GPS-Sender ausgestattete Störche aus Hamburg sind im Süden aufgrund der Vogelgrippe verendet. Die letzten Lebenszeichen der Störche Alexander und Tobias habe es am 10. und 11. Dezember aus der Nähe von Madrid gegeben, sagte Storchenexperte Jürgen Pelch. Der Rentner betreut ehrenamtlich seit mehr als fünf Jahrzehnten für den Naturschutzbund Nabu die Weißstörche in Hamburg. Neun der immer wieder nach Hamburg zurückkehrenden Tiere hatten im vergangenen Jahr einen GPS-Sender getragen.

Anderen Störchen geht es gut

Die anderen Störche seien indes noch wohlauf. „Unseren anderen Senderstörchen Volker und Marco in Südspanien geht es gut und auch den fünf Ostziehern, die im Sinai und Zentralafrika überwintern, geht es gut. Schon in diesem Monat machen sich die ersten wieder auf den Heimweg“, hieß es vom Nabu.

2025 zogen dem Naturschutzbund Nabu Hamburg zufolge auf dem Gebiet der Hansestadt 45 Storchenpaare etwa 100 Küken groß. Die meisten Paare brüteten erfolgreich in den Vier- und Marschlanden, vier weitere im Süderelberaum und jeweils ein Paar in Fischbek sowie Sülldorf. 

Hamburg gilt damit als eine der Storchenhauptstädte in Deutschland.

In keiner anderen Großstadt brüten so viele Störche. Und es dürfen gern noch mehr werden, findet Storchenbetreuer Pelch. „Der Nabu Hamburg kann den Weißstörchen genügend bezugsfertige Nester anbieten.“

Infos zu den mit GPS ausgestatteten Störchen aus Hamburg:

Besenderungsprojekt – NABU Hamburg