Vogelgrippe: Zoos wappnen sich gegen die Seuche – Ausbruch in Niedersachsen27. Februar 2026 (Symbolbild) Foto: © Edler von Rabenstein – stock.adobe.com Desinfektionsmatten und leere Ententeiche: Wie die Zoos in Schwerin und Rostock versuchen, ihre Tiere vor der Vogelgrippe zu schützen. Und auch in Niedersachsen wird gegen die Tierseuche gekämpft. Angesichts von Ausbrüchen der Vogelgrippe in mehreren Bundesländern zeigen sich die Zoos in Schwerin und Rostock vorbereitet. Sie seien in engem Austausch mit dem Veterinäramt, teilten die Einrichtungen auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Zoo Rostock habe aktuell Desinfektionsmatten an den Zugängen zu den Volieren, Häusern und Ställen ausgelegt, hieß es. „Saisonbedingt sind diverse Vogelarten sowieso in ihren Winterquartieren oder geschlossenen Gehegen, sodass wir den Kontakt zu Wildvögeln reduzieren können.“ Zudem seien die Ententeiche abgelassen worden, um keine wilden Wasservögel anzulocken. Restrisiko bleibt „Grundsätzlich ist die Vogelgrippe ein Thema, das uns inzwischen eigentlich jedes Jahr zumindest saisonal beschäftigt“, so der Zoo weiter. Das Wohl der Tiere sei von großer Bedeutung, daher sei es nicht möglich, sie als Vorsichtsmaßnahme langfristig wegzusperren. „Ein Restrisiko wird immer bleiben.“ Ähnlich äußerte sich der Schweriner Zoo. „Da das Virus inzwischen ganzjährig immer wieder auftritt, ist der Zoo jederzeit darauf vorbereitet, notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“ Hierfür gebe es umfassende Alarm- und Handlungspläne. Die Situation werde genau beobachtet und die Notwendigkeit von erhöhten Schutzmaßnahmen täglich bewertet, hieß es. Ausbrüche im vergangenen Winter Im vergangenen Winter war das Virus im Rostocker Zoo bei einer toten Hühnergans entdeckt worden. Ein direktes Partnertier, ebenfalls infiziert, wurde getötet. Alle anderen Vögel hätten durch Quarantänemaßnahmen und Testungen geschützt werden können, so der Zoo. Im Schweriner Zoo gab es nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren einen Ausbruch bei einem Pelikan. Andere Tiere seien daraufhin isoliert worden und hätten sich nicht angesteckt. Niedersachsen Nach Fällen der Vogelgrippe in Zoos in Niedersachsen hat der Zoo Osnabrück seine Schutzmaßnahmen weiter verschärft. Bei einem gestorbenen Nandu sei das Virus bei einer pathologischen Untersuchung festgestellt worden, teilte eine Sprecherin mit. Die abschließende Bestätigung des Friedrich-Loeffler-Instituts stehe aber noch aus. Zwei eng mit dem Tier zusammenlebende Artgenossen wurden auf behördliche Anordnung vorsorglich getötet. Neue Verdachtsfälle seien bislang nicht bekannt, teilte der Zoo mit. Der Tierpark bleibt für Besucher geöffnet, einzelne Wege an betroffenen Anlagen wurden vorsorglich gesperrt. Aufstallung und räumliche Trennung Bereits seit Herbst 2025 hatte der Zoo wegen vermehrter Vogelgrippefälle bei Wildvögeln in der Region Schutzmaßnahmen ergriffen. Nach dem aktuellen Verdachtsfall wurden diese in Abstimmung mit den Behörden deutlich verschärft. Ein Großteil des Vogelbestandes wird seither in Innenbereichen oder überdachten Anlagen gehalten, um Kontakte zu Wildvögeln zu vermeiden. Zudem wurden potenziell gefährdete Bereiche in getrennte Versorgungszonen unterteilt. Diese organisatorische und räumliche Trennung soll verhindern, dass sich ein möglicher Erreger zwischen unterschiedlichen Tierarten oder Gehegen ausbreitet. Hygieneregeln und neue Abläufe Zum erweiterten Schutzkonzept gehören Desinfektionsschleusen sowie verpflichtende Schutzkleidung und Masken für Beschäftigte in sensiblen Bereichen. Auch die Fütterungs- und Versorgungslogistik wurde angepasst. Dazu zählen festgelegte Wegeführungen und getrennte Abläufe bei der Handhabung von Futtermitteln, um mögliche Kreuzkontaminationen zu vermeiden. Ausbruch in Walsrode Zuvor war die Vogelgrippe im Weltvogelpark Walsrode nachgewiesen worden. Dort blieb der Ausbruch nach Angaben des Parks auf eine Voliere begrenzt, dennoch wurden 80 Meeresvögel getötet. Enten und Gänse gelten als besonders anfällig für das Virus. Der Park bleibt vorübergehend geschlossen und will spätestens zur Saisoneröffnung im März wieder öffnen. „Wir sind dankbar über jeden Tag, den wir gewinnen, an dem es keine neuen Fälle gibt. Damit sind wir weiter vom Seuchengeschehen entfernt“, so ein Sprecher des Vogelparks am Dienstag. Weitere Geflügelpestfälle in Niedersachsen entdeckt Die Geflügelpest breitet sich in Niedersachsen weiter aus. Warum Experten das Infektionsrisiko für Hausgeflügel als weiterhin sehr hoch einstufen. In Niedersachsen sind weitere Geflügelpestfälle festgestellt worden. In einem Putenbetrieb in der Gemeinde Emstek im Landkreis Cloppenburg wurde das hochansteckende Virus H5N1 nachgewiesen, wie der Landkreis mitteilte. Der Bestand mit rund 3.800 Puten sei getötet worden. Seit Oktober mehrere Hunderttausend Tiere betroffen Um den betroffenen Betrieb wurde ab Donnerstag eine Sperrzone eingerichtet. Sie umfasst eine Schutzzone im Radius von drei Kilometern sowie eine Überwachungszone von zehn Kilometern. In der Sperrzone sind unter anderem Geflügelausstellungen und -märkte verboten, zudem darf Geflügel nicht ins Freie gelassen werden. Nach Angaben des Landkreises sind seit Oktober allein dort bereits Dutzende Betriebe mit insgesamt mehreren Hunderttausend Tieren von Ausbrüchen betroffen. Auch im Landkreis Hameln-Pyrmont bleibt die Lage angespannt. Dort wurde bei einem Bussard in Hessisch Oldendorf erneut das Geflügelpestvirus des Subtyps H5N1 nachgewiesen. Bereits im Januar war das Virus in einem Geflügelbetrieb im Flecken Aerzen festgestellt worden – vermutlich eingeschleppt durch einen Wildvogel. Für mehrere Orte gilt deshalb weiterhin eine Aufstallungspflicht. Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln vermeiden Die Behörden rufen Geflügelhalter zu erhöhter Vorsicht auf. Das Risiko einer Übertragung auf Haus- und Nutzgeflügel sei weiterhin sehr hoch, hieß es vom zuständigen Amt für Veterinärwesen. Halter sollten Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln vermeiden sowie Futter, Wasser und Einstreu vor Verunreinigungen schützen. Bei Krankheitsanzeichen müssen umgehend ein Tierarzt eingeschaltet und das Veterinäramt informiert werden. Können Menschen sich anstecken? Nach bisherigem Kenntnisstand ist eine Ansteckung von Menschen nur bei intensivem direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel möglich und insgesamt sehr selten. Tote Wildvögel können den Behörden gemeldet werden.
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