Vogelschutz: Uni Augsburg für Engagement ausgezeichnet14. April 2026 Dr. Peter Stimmler (LBV) und Stefan Kreidenweis (Universität Augsburg) beim anbringen eines LBV-Hinweisaufklebers an einer entschärften Glasfläche des Hörsaalzentrums. Foto: © Pressestelle/Universität Augsburg Die Universität Augsburg ist vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV) mit der Plakette „Vogelfreundliche Glasfläche“ ausgezeichnet worden. Damit würdigte der Verband den Einsatz der Universität für mehr Vogelsicherheit auf dem Campus. In den Jahren 2024 und 2025 wurden dort bereits rund 1.500 Quadratmeter Glasflächen mit hohem Vogelschlagrisiko vogelschutzgerecht entschärft. Die Maßnahmen sind Teil der langjährigen Aktivitäten der Universität Augsburg im Bereich Biodiversität und Naturschutz. Der parkähnliche Campus ist nicht nur ein Ort des Lernens und Forschens, sondern auch Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Um diesen Lebensraum zu erhalten und weiter zu verbessern, setzt die Universität auf verschiedene Schutzmaßnahmen und möchte zugleich Studierende und Mitarbeitende für den Vogelschutz sensibilisieren. Schutz an besonders gefährdeten Stellen Nachgerüstet wurden bislang unter anderem Verbindungsbrücken zwischen dem Gebäude D der Geisteswissenschaften und der Zentralbibliothek (Gebäude E) sowie zwischen der Zentralbibliothek und der Teilbibliothek Sozialwissenschaften (Gebäude F). Darüber hinaus wurden bereits bekannte Gefahrenstellen am Erweiterungsbau Geistes- und Sozialwissenschaften (Gebäude Y) bearbeitet. Außerdem wurden auch die Fassaden der Foyerbereiche des Großen Hörsaalzentrums (Gebäude C) und des Hörsaalzentrums Physik (Gebäude T) verändert.Zum Einsatz kam eine wissenschaftlich geprüfte, hochwirksame Vogelschutzfolie im 9/90-Millimeter-Raster. Sie bewirkt, dass Glasflächen für Vögel als Hindernis besser wahrnehmbar sind. Dadurch wird das Risiko von Kollisionen nachweislich um bis zu 90 Prozent verringert. Die heute verwendeten Punktmuster haben sich im Test als weitaus wirksamer erwiesen als die herkömmlichen Greifvogel-Silhouetten. Vogelschutz ist Teil der nachhaltigen Campusentwicklung Die Glasflächenbeklebung ist Teil eines größeren Engagements für den Vogelschutz auf dem Campus. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem neue Nistkästen für Singvögel und Fledermäuse angebracht. Auch wurde ein Taubenhaus auf Gebäude D eingerichtet, das ehrenamtlich in Kooperation mit dem Tierschutzverein Augsburg betreut wird. Auch für Greifvögel wurden zusätzliche Nistmöglichkeiten geschaffen. Auf der Universitätsbibliothek brütet seit mehreren Jahren ein Turmfalkenpaar. Ein weiterer Falkenkasten wurde bereits installiert. Im Jahr 2024/25 wurde auf dem Campus in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt eine Brutvogelkartierung durchgeführt, die im Frühjahr 2025 abgeschlossen wurde. Die Untersuchung führte die Geographie-Studentin Laura Lacher im Rahmen ihrer Bachelorarbeit durch. Sie konnte zeigen, dass der Campus der Universität Augsburg Lebensraum für 33 Vogelarten ist. Insgesamt konnten 277 Brutpaare nachgewiesen werden. Hinzu kommen zahlreiche Arten. Zwar brüten diese nicht, aber als Gäste wissen sie die Vielfalt der Lebensräume auf dem Campus zu schätzen.„Vogelschutz ist für uns kein Einzelprojekt, sondern Teil eines umfassenden Verständnisses von nachhaltiger Campusentwicklung. Die Auszeichnung zeigt, dass wir auf diesem Weg bereits wichtige Schritte gegangen sind – und sie bestärkt uns darin, die Maßnahmen konsequent weiterzuführen“, sagt Prof. Axel Tuma, Vizepräsident für Internationalisierung und Nachhaltigkeit der Universität Augsburg. Vom LBV zur Verfügung gestellte Aufkleber machen auf die Fensterbeklebungen zum Schutz der Vögel aufmerksam und geben über einen QR-Code Hintergrundinformationen zum Sinn und Nutzen der Maßnahmen, so soll eine noch bessere Sichtbarkeit geschaffen werden. Foto: © Pressestelle/Universität Augsburg Weitere Maßnahmen in Vorbereitung Die bisherigen Arbeiten sollen nicht die letzten bleiben. Grundlage für weitere Schritte ist eine derzeit laufende Bewertung des Vogelschlagrisikos an Gebäuden auf dem Campus. Auf dieser Basis sollen auch künftig weitere Glasflächen mit hohem Anflugrisiko entschärft werden.„Die Nachrüstungen an der Universität Augsburg sind in dieser Größe in Bayern einzigartig“, sagte der Projektmanager des LBV-Projektes „Unsichtbares sichtbar machen – Reduzierung von Vogelschlag an Glas“, Dr. Peter Stimmler bei der Verleihung der Plakette. Sichtbare Praxisbeispiele wie diese werden in Campusführungen zum Thema Biodiversität aufgegriffen. Sie tragen dazu bei, das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge im Universitätsalltag zu stärken und weiterzutragen.„Ein artenreicher Campus entsteht nicht von selbst. Er braucht geeignete Lebensräume, kontinuierliche Pflege und Schutzmaßnahmen, die ökologische Verantwortung praktisch umsetzen“, sagt Prof. Jens Soentgen vom Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) der Universität Augsburg. Schlüssel sei die exzellente Kooperation mit engagierten und kompetenten Kollegen in der Verwaltung sowie mit den Fachleuten vom Landesamt für Vogelschutz und vom Landesbund für Vogelschutz. Auszeichnung am 8. April verliehen Die Plakette wurde am 8. April 2026 vor der Zentralbibliothek der Universität Augsburg durch Dr. Peter Stimmler vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. überreicht. Anwesend war u.a. auch der Vorsitzende der Kreisgruppe Augsburg des Landesbundes für Vogelschutz, Dr. Martin Trapp. Für die Universität Augsburg nahm Prof. Axel Tuma die Auszeichnung entgegen. Er dankte allen an den Maßnahmen Beteiligten und betonte, dass die Universität auf das bislang Erreichte stolz sein könne.Zu Beginn der Veranstaltung ordnete Prof. Jens Soentgen vom WZU die Maßnahmen in den größeren Zusammenhang von Vogelschutz und Biodiversitätsförderung an der Universität ein und stellte die beteiligten Akteurinnen und Akteure vor. Stefan Kreidenweis, Energiemanager und Vertreter des Referats für Bau und Technik, gab Einblicke in die praktische Umsetzung der baulichen Maßnahmen. Laura Lacher, Masterstudentin an der Universität Augsburg, stellte zudem Ergebnisse ihrer auf dem Campus durchgeführten Vogelkartierung vor.
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