Volkskrankheit Fettleber: Verbände fordern nationales Maßnahmenpaket20. Oktober 2026 Darstellung einer Fettleber. (Abbildung: © J.G Studio/stock.adobe.com) In einem gemeinsamen Strategiepapier schlagen Verbände aus der Gastroenterologie, Diabetologie und Kardiologie konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Volkskrankheit Fettleber vor. Unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) fordern zahlreiche Fachgesellschaften und Organisationen aus Gastroenterologie, Diabetologie und Kardiologie, die Prävention, Früherkennung und Versorgung der Fettleber-Erkrankung zu verbessern. In einem Strategiepapier haben sie konkrete Maßnahmen beschrieben, um die Verbreitung der Fettleber zu verhindern sowie Betroffene früher zu identifizieren und gezielt zu behandeln. Hintergrund ist, dass mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland mit einer Fettleber leben – das entspricht etwa jeder vierten Person hierzulande. Die zum Spektrum der metabolischen Lebererkrankung (Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung, MASLD) gehörende Fettleber entsteht vor allem als Folge von Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung. Beschwerden treten allerdings oft erst nach Jahren auf, wenn die Leber bereits derart geschädigt ist, dass schwerwiegende Folgen wie chronische Entzündungen, Leberzirrhose bis hin zu Leberkrebs und Leberversagen drohen. Fettleber-Prävention hilft auch gegen andere Volkskrankheiten Die Leber ist eng in zahlreiche Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper involviert und spielt eine Schlüsselrolle bei Energiehaushalt, Immunfunktion und Entgiftung. Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes oder des Herz-Kreislauf-Systems haben daher auch oft Wechselwirkungen mit der Leber. „Wer die Fettleber-Prävention stärkt, tut zugleich etwas gegen viele andere große Volkskrankheiten unserer Zeit wie Adipositas, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, sagt Prof. Elke Roeb, Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Leberstiftung. „Heute in Prävention zu investieren, ist der beste Weg, um Gesundheitsausgaben der Zukunft zu sparen“, ergänzt Prof. Birgit Terjung, Mediensprecherin der DGVS und Chefärztin der Abteilung Innere Medizin/Gastroenterologie am GFO Klinikum Bonn. Dies dürfe auch vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten um Einsparungen im Gesundheitswesen nicht aus dem Blick geraten. Das Strategiepapier hat die DGVS gemeinsam mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, der Deutschen Diabetes Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, dem Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands, der Deutschen Leberstiftung und der Deutschen Leberhilfe erarbeitet. Die Verbände fordern von der Politik mehr Anstrengungen im Bereich Prävention, Maßnahmen zur Verbesserung der Früherkennung sowie die Sicherstellung der leitliniengerechten Versorgung. Die Forderungen in Kürze: Einen gesunden Lebensstil fördern: Lebergesundheit soll fest in der nationalen Präventionsstrategie verankert werden, begleitet von verbindlicher Verhältnisprävention für gesündere Ernährung und mehr Bewegung im Alltag. Hierzu zählen unter anderem die Lebensmittel-Ampel, die Zuckersteuer und mehr Bewegungsangebote in Kita, Schule und Arbeitswelt. Fettleber früher erkennen: Fettlebererkrankungen sollen durch eine strukturierte Leberdiagnostik im Gesundheits-Check-up und den Einsatz des FIB-4-Scores früher erkannt werden. Mit diesem einfachen Blutwert-basierten Test können Ärztinnen und Ärzte das Risiko für fortgeschrittene Leberschäden besser einschätzen und rechtzeitig gegensteuern. Betroffene gezielter versorgen: Menschen mit erhöhtem Risiko sollen schneller Zugang zu modernen Diagnoseverfahren wie der ultraschallbasierten Leberelastographie erhalten, die Auskunft über mögliche Leberschäden gibt. Zudem sollen Leberdiagnostik und leitliniengerechte Therapien fest in die Disease-Management-Programme für Adipositas und Typ-2-Diabetes integriert werden. Forschung stärken: Um die Auswirkungen bestehender Strategien zur Prävention, Früherkennung und Behandlung der Fettleber bewerten und weiterentwickeln zu können, sollen vernetzte Forschungsstrukturen, klinische Studien und gesundheitsökonomische Analysen gezielt gefördert werden.
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