Volumen-Computertomographie-Screening: Reduzierte Mortalität aufgrund von Bronchialkarzinomen14. April 2020 Foto: © appledesign/Adobe Stock Aus randomisierten Studien gibt es nur wenige Daten dazu, ob ein niedrig dosiertes Volumen-Computertomographie(CT)-Screening die Lungenkrebsmortalität bei ehemaligen und aktuellen männlichen Rauchern senken kann. Eine aktuelle Untersuchung gibt nun darüber Aufschluss. Um sich ein besseres Bild zu verschaffen, haben niederländische Forscher eine Studie durchgeführt, in der 13.195 Männer (Primäranalyse) und 2594 Frauen (Untergruppenanalysen) im Alter von 50–74 Jahren randomisiert einem CT-Screening bei T0 (Baseline) sowie in Jahr 1, Jahr 3 und Jahr 5,5 oder keinem Screening unterzogen wurden. Für alle Teilnehmer wurde eine Nachbeobachtungszeit von mindestens 10 Jahren abgeschlossen. Die Autoren stellten in dieser Studie mit Hochrisikopersonen fest, dass die Lungenkrebsmortalität bei Personen, die einem Volumen-CT-Screening unterzogen wurden, signifikant geringer war als bei Personen, bei denen kein Screening durchgeführt wurde. Im Follow-up war die Rate von Maßnahmen aufgrund eines Verdachtes auf Lungenkrebs gering. Bei Männern betrug die durchschnittliche Einhaltung des CT-Screenings 90 %. Im Mittel wurden 9,2 % der untersuchten Teilnehmer ≥1 zusätzlichen CT-Scan unterzogen. Die Gesamtüberweisungsrate für verdächtige Rundherde betrug 2,1 %. Nach 10 Jahren Follow-up lag die Inzidenz von Lungenkrebs bei 5,58 Fällen pro 1000 Personenjahre in der Screening-Gruppe und bei 4,91 Fällen pro 1000 Personenjahre in der Kontrollgruppe; Die Lungenkrebsmortalität betrug 2,50 Todesfälle pro 1000 Personenjahre bzw. 3,30 Todesfälle pro 1000 Personenjahre. Das kumulative Ratenverhältnis für Tod aufgrund von Lungenkrebs nach 10 Jahren betrug 0,76 (95 %-KI 0,6–0,94; p=0,01) in der Screening-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe, ähnlich den Werten in den Jahren 8 und 9. Bei Frauen lag das Ratenverhältnis bei 0,67 (95 %-KI 0,38–1,14) nach 10 Jahren Follow-up, mit Werten von 0,41–0,52 in den Jahren 7–9. (ac)
Mehr erfahren zu: "InfraRed Molecular Fingerprinting: Neuer Weg zur Krebsfrüherkennung" InfraRed Molecular Fingerprinting: Neuer Weg zur Krebsfrüherkennung Mithilfe der Infrarotspektroskopie wollen Münchner Forschende die Früherkennung von Krebs anhand einer Blutprobe ermöglichen. Die Entwicklung des sogenannten „InfraRed Molecular Fingerprinting“ wird nun von der Wilhelm Sander-Stiftung gefördert.
Mehr erfahren zu: "Seltene Autoimmunerkrankungen: Routinediagnostik für Kollagenosen gesucht" Seltene Autoimmunerkrankungen: Routinediagnostik für Kollagenosen gesucht Ein niedersächsisches Forschungsteam arbeitet an der Entwicklung von präziseren Diagnoseverfahren für Kollagenosen. Im Fokus stehen dabei zwei Typen von Immunreaktionen. Das Programm „zukunft.niedersachsen“ unterstützt die Such nach der Routinediagnostik mit […]
Mehr erfahren zu: "Tabakverbot in Großbritannien: WHO lobt „starkes Signal“" Tabakverbot in Großbritannien: WHO lobt „starkes Signal“ Großbritannien hofft auf das Heranwachsen einer rauchfreien Generation. Auch in anderen Ländern gibt es Bemühungen, Zigaretten zu verbannen – aus Sicht der WHO muss allerdings mehr passieren.