Von der Idee zum Goldstandard: ANOA feiert 20-jähriges Jubiläum29. November 2022 Das ANOA-Präsidium bei den Feierlichkeiten. v.l.: Wolfgang Ritz/Schriftführer, Martin Gerlach/Schatzmeister, Jan Holger Holtschmit/Präsident, Lisa Gauch/Geschäftsstelle, Jens Adermann/2. Vizepräsident, nicht im Bild: Sabine Alfter/1. Vizepräsidentin. (Foto: Rommel-Klinik) Auf dem Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken (ANOA), Ende November in Bad Wildbad feierte diese ihr Jubiläum und thematisierte ihre Vergangenheit und Zukunft. Ein Bericht der Arbeitsgemeinschaft. „Für uns ist dies heute ein besonderer Tag“, sagte ANOA-Präsident Dr. Jan Holger Holtschmit bei der Eröffnung der Zusammenkunft. Schließlich sei die Vereinigung in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen langen Weg gegangen und hätte viele Herausforderungen im engen Schulterschluss mit ihren Mitgliedskliniken gemeistert. „Eine besondere Errungenschaft ist, dass die ANOA mittlerweile schon seit Jahren im Fokus der orthopädischen Wahrnehmung dafür steht, gute konservative Konzepte im Akutbereich umzusetzen. Und dass eine gute konservative multimodale Komplextherapie auch gewinnbringend für Kliniken funktionieren kann“, so Holtschmit. Das ANOA-Konzept wurde für eine befund- und mechanismengerechte Diagnostik und Behandlungen multifaktoriell bedingter Erkrankungen des Bewegungssystems entwickelt. Es verbindet orthopädische, manualmedizinisch-funktionelle, physiotherapeutische, psychotherapeutische sowie schmerzmedizinische Diagnostik- und Behandlungsansätze. Zur Historie der ANOAIm Jahr 2002 wurde die medizinisch-wissenschaftliche Vereinigung von den sechs Gründungskliniken Loreley Kliniken, Sana Sommerfeld, Lahnhöhe, Hamm, Losheim und Kamp-Lintfort aus der Taufe gehoben. Im Anschluss folgte der Auf- und Ausbau der Zusammenarbeit mit Kostenträgern und Medizinischem Dienst der Krankenkassen sowie die Erarbeitung des Operations- und Prozedurenschlüssels OPS 8-977 zur Implementierung in das DRG-System. Eine wesentliche Grundlage dafür, dass das multimodale ANOA-Konzept weiter existieren konnte. Die Multicenterstudie in den Jahren 2014 /2015 lieferte den ersten relevanten wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit des Vorgehens innerhalb des ANOA-Konzeptes. 2015 gründeten die Verantwortlichen der mittlerweile zwanzig orthopädisch/unfallchirurgischen Fachkliniken, die bisher als ANOA firmiert hatten, einen eingetragenen Verein. In einem weiteren Schritt entwickelte die ANOA im Jahr darauf als Instrument der Qualitätssicherung im engen Schulterschluss mit der ClarCert GmbH das Qualitätssiegel ANOA-Cert für Kliniken. Im Jahresverlauf 2020 wurde das Konzept – und in dem Zuge auch ANOA-Cert – erfolgreich überarbeitet. Die ANOAPfade multimodaler nichtoperativer Komplexbehandlungen des Bewegungssystems wurden hierbei verschlankt und die spezifischen Grunderkrankungsformen besser in den Fokus gerückt: die Behandlung strukturell-funktioneller Erkrankungen des Bewegungssystems (OPS 8-977), die chronischen Schmerzstörungen mit somatischen und psychischen Faktoren (OPS 8-918) und rheumatologische Komplexerkrankungen (OPS 8-983). Letztere wurde ganz neu in das Konzept 2.0 mit aufgenommen. Patienten mit Schmerzerkrankungen des Bewegungssystems können auf diese Weise subgruppenspezifisch nichtoperativ multimodal hervorragend behandelt werden. Die positive Bilanz des Präsidiums nach 20 Jahren ANOA: Mehr als 350.000 Patientinnen und Patienten mit akuten und chronifizierten Erkrankungen des Bewegungssystems wurden in den vergangenen zwanzig Jahren in ANOA-Kliniken orthopädisch-konservativ, interdisziplinär und multimodal komplex behandelt. Oft mit nachhaltig wirksamer Schmerzreduktion und Verbesserungen der Lebensqualität. Präsident Holtschmit: „Auf in die Zukunft“Auch in den kommenden Jahren soll das ANOA-Konzept bei Bedarf weiterentwickelt und an wissenschaftliche Aktualitäten angepasst werden. Jan Holger Holtschmit: „Fortschrittliches Denken und Handeln ist für uns als Vereinigung ganz besonders wichtig.“ Ein Grund, weshalb auf der Jahresversammlung in Bad Wildbad das Thema der Erweiterung des multimodalen Spektrums auf die teilstationäre multimodale Behandlung im ANOA-Konzept auf der Agenda stand und intensiv interdisziplinär diskutiert wurde. „Die stationäre Vorgehensweise bietet noch immer enorme Vorteile gegenüber der teilstationären Behandlung“, so das anschließende Fazit des ANOA-Präsidenten. Doch im Hinblick auf mögliche zukünftige Erfordernisse wird die ANOA nun einen Kriterienkatalog für die sektorale Abgrenzung zwischen dem vollstationären, teilstationären, rehabilitativen und ambulanten Bereich erarbeiten und den politischen Akteuren im Bedarfsfall vorlegen. ANOA-Präsident Holtschmit: „Nach dem Motto ‚auf in die Zukunft‘ wollen wir auf absehbare Entwicklungen des Gesundheitswesens vorbereitet sein – zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten mit zum Großteil schweren multifaktoriellen Erkrankungen des Bewegungssystems.“
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