Vor der Fernreisesaison auch Standardimpfungen auffrischen16. Dezember 2025 © Alexander Raths – stock.adobe.com (Symbolbild) Der jüngste Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den Impfquoten in Deutschland zeigt: Bei Wahrnehmung und Umsetzung wichtiger Impfprogamme gibt es hierzulade viel Verbesserungsbedarf. Während die Impfquoten bei Kindern in Deutschland auf einem insgesamt hohen Niveau liegen, zeigen sich schon im Jugendalter erhebliche Lücken bei den Standardimpfungen: Die empfohlenen Auffrischimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis werden von vielen Jugendlichen nicht wahrgenommen. Insgesamt haben nach aktuellem Stand nur 43 Prozent der Jugendlichen bis 15 Jahren sowohl die Auffrischimpfung im Kindesalter als auch die Auffrischimpfung im Jugendalter erhalten, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin zu den Impfquoten in Deutschland. Impflücken aktiv ansprechen Und auch Erwachsene nutzen die empfohlenen Impfungen selten: So erreichte die Influenza-Impfquote den niedrigsten Stand seit 17 Jahren und liegt bei Personen ab 60 Jahren derzeit nur noch bei 34 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Herpes-zoster-Impfung: Die Impfquote ab 60 Jahren liegt hier bei nur 24 Prozent – der Großteil der älteren Menschen ist weiterhin nicht gegen die Erkrankung geschützt. Eine Gelegenheit zum Nachholen oder Auffrischung der Standardimpfungen ist die reisemedizinische Beratung. „Vor größeren Reisen und Auslandsaufenthalten – von Fernreisen bis zum Auslandsjahr in Schule oder Studium – besteht in der Bevölkerung oftmals eine höhere Sensibilität für die Notwendigkeit von Impfungen beziehungsweise – je nach Reiseland und Erreger – mitunter auch eine Verpflichtung zur Impfung vor Einreise“, sagt Prof. Tomas Jelinek, Präsident der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin (DFR). Hinzu komme, dass der Zugang zu reisemedizinischer Beratung und Reiseimpfungen relativ niederschwellig ist und etwa auch in Gesundheitsämtern oder Tropeninstituten wahrgenommen werden kann. „Jeder Kontakt mit Reisenden beziehungsweise Patientinnen und Patienten sollte deshalb immer auch genutzt werden, um auch Impflücken bei Standardimpfungen zu thematisieren und zu schließen.“ Kombination von Standard- und Reiseimpfungen Wer eine Fernreise plant, sollte frühzeitig mit dem Impfpass die hausärztliche oder reisemedizinische Praxis oder Beratungsstelle aufsuchen – bestenfalls 6 bis 8 Wochen vor Reiseantritt. Einige Impfungen entfalten ihren vollen Schutz erst Wochen nach der Verabreichung oder erfordern mehrere Dosen. „Wenn möglich, sollten Impfungen spätestens 2 Wochen vor Reiseantritt abgeschlossen sein“, so Dr. Markus Frühwein, 1. Vizepräsident der DFR. So kann der Körper die notwendige Immunität aufbauen, und Impfreaktionen können vor der Reise abklingen. Wenn mehrere Standard- und Reiseimpfungen notwendig sind, gilt: Lebendimpfstoffe, etwa Kombinationsvakzinen wie der MMR-Impfstoff, können gleichzeitig verabreicht werden. Werden sie nicht gleichzeitig verabreicht, ist zwischen einzelnen Lebendimpfstoffen ein Mindestabstand von vier Wochen notwendig. Bei der Anwendung von Totimpfstoffen ist keine Einhaltung von Mindestabständen erforderlich – weder zu anderen Totimpfstoffen noch zu Lebendimpfstoffen. „Die Vorstellung, dass multiples Impfen das Immunsystem überfordere oder überlaste, ist falsch und wissenschaftlich nicht gedeckt. Daher gibt es auch keine feste Maximalgrenze für gleichzeitig verabreichte Impfungen – hier muss in Rücksprache mit dem Patienten oder der Patientin abgewogen werden, je nach Reiseland und -art und dem sich daraus ergebenden Infektionsrisiko“, so Frühwein.
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