Vorhofflimmern: Den Vorhof betreffende Stenosen als Übeltäter5. Januar 2023 © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Ätiologie von Vorhofflimmern (VHF) ist multifaktoriell und bis heute nicht vollständig verstanden. Eine neue Studie im Fachmagazin „Heart Rhythm“ zeigt, dass den Vorhof betreffende Koronarstenosen eine Rolle bei der Entwicklung eines VHF zu spielen scheinen. Die Studienverantwortlichen der Duke University in Durham (USA) führten eine gematchte Fall-Kontroll-Analyse durch. Dafür screenten sie zunächst 1794 Patienten, bei denen im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung an einem einzigen Zentrum zwischen 2007 und 2013 eine obstruktive Koronarer Herzerkrankung (KHK) diagnostiziert wurde. Grundlage der Analyse war das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von neu auftretendem VHF innerhalb von 12 Monaten nach der Katheteruntersuchung. Quantitative Messungen des Stenoseschweregrads führten die Forscher für die Sinusknotenarterie, die AV-Knotenarterie und die rechte mittlere Vorhofarterie (RIAA) sowie für die rechte Koronararterie, den Ramus circumflexus und die linke anteriore absteigende Arterie proximal des Abgangs für jede Vorhofarterie durch. Ein VHF entwickelten 115/1794 Patienten (6%) innerhalb eines Jahres nach der Katheterisierung. Die gematchte Kohorte umfasste jeweils 110 Patienten mit und ohne VHF innerhalb von 12 Monaten nach der Katheterisierung. Mithilfe eines multivariablen logistischen Regressionsmodelles ermittelte die Forschergruppe Faktoren, die mit VHF assoziiert waren. Demnach stieg die Wahrscheinlichkeit, nach 1 Jahr VHF zu entwickeln, mit zunehmendem Schweregrad der Läsion in der RIAA (OR 1,41 pro 10% Zunahme des Schweregrads der Läsion >50%; 95%-KI 1,01–1,97; p=0,047) und der AV-Knotenarterie (OR 1,58 pro 10% Zunahme des Schweregrads der Läsion >50%; 95%-KI 1,00–2,49; p=0,050) sowie mit der Anzahl der Vorhofarterien mit einer Läsion von >50% (OR 1,53 für jede zusätzliche Arterie; 95%-KI 1,08–2,15; p=0,015). Fazit In der Studie hatten jene Patienten mit obstruktiver Koronarer Herzerkrankung (KHK) eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von neuem VHF nach 1 Jahr, bei denen die AV-Knotenarterie und die rechte mittlere Vorhofarterie (RIAA) betroffen waren sowie jene mit einer höheren KHK-Belastung in allen Arterien, die das Vorhofmyokard mit Blut versorgen. (ah) Autoren: Pokorney SD et al. Korrespondenz: Sean D. Pokorney; [email protected] Studie: Atrial branch coronary artery stenosis as a mechanism for atrial fibrillation Quelle: Heart Rhythm 2022;19(8):1237–1244. Web: https://doi.org/10.1016/j.hrthm.2021.12.020
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