Vorhofflimmern: Fünf Prozent erleiden Hirninfarkt innerhalb von zwei Jahren9. September 2022 © New Africa – stock.adobe.com (Symbolbild) Ziel einer prospektiven, multizentrischen Kohortenstudie war es, die Assoziation von klinisch offenkundigen und stillen Hirnläsionen mit der kognitiven Funktion bei 1227 Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) zu untersuchen. Die Ergebnisse wurden nun im „European Heart Journal“ veröffentlicht. Die Forscher der Studiengruppe Swiss-AF quantifizierten in standardisierten Hirn-MRTs zu Beginn der Studie sowie nach 2 Jahren neue kleine nichtkortikale Infarkte (SNCIs) und große nichtkortikale oder kortikale Infarkte (LNCCIs), Läsionen der weißen Substanz (WML) sowie Mikroblutungen (Mb). Als stille Infarkte definierten sie neue SNCI/LNCCI bei der Nachuntersuchung im MRT bei Patienten ohne klinischen Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA) während der Nachuntersuchung. Zusätzlich beurteilte das Team um Erstautor Michael Kühne die Kognition anhand validierter Tests. Studienteilnehmer waren im Durchschnitt 71 Jahre alt, 26,1% der Patienten waren weiblich und 89,9% waren antikoaguliert. Während der 2-jährigen Nachbeobachtungszeit erlitten 28 Patienten (2,3%) einen Schlaganfall/eine TIA. Von den 68 (5,5%) Patienten mit ≥1 SNCI/LNCCI waren 60 (88,2%) bei Studienbeginn antikoaguliert und 58 (85,3%) hatten einen stummen Infarkt. Bei Patienten mit Hirninfarkten war die Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten größer als bei Patienten ohne neue Hirninfarkte (Median 0,07; IQR –0,09–0,25). Neue WML oder Mb waren jedoch nicht mit einer kognitiven Verschlechterung assoziiert. Fazit Etwa jeder 20. Patient mit Vorhofflimmern (VHF) erleidet – größtenteils trotz oraler Antikoagulation – innerhalb von 2 Jahren einen Hirninfarkt. Offenbar führt dies auch zu einer Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten. Die Mehrzahl der Infarkte verlief klinisch stumm. (ah) Autoren: Kühne M et al. Korrespondenz: Michael Kühne; [email protected] Studie: Silent brain infarcts impact on cognitive function in atrial fibrillation Quelle: Eur Heart J 2022;43(22):2127–2135. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac020
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