Vorhofflimmern: Kryoablation verlangsamt Progression

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Beim Vorhofflimmern (VHF) handelt es sich meist um eine progressive Erkrankung, die im Stadium des persistierenden VHF mit einem erhöhten Risiko für Thromboembolien und Herzinsuffizienz einhergeht. Die internationale Studiengruppe EARLY-AF präsentierten nun im „New England Journal of Medicine“ die 3-Jahres-Ergebnisse der gleichnamigen randomisierten kontrollierten Studie.

In dieser unterzogen sich Patienten mit paroxysmalem, unbehandeltem VHF entweder einer Katheter-basierten Ablation mittels Kryoballon (n=154) oder sie wurden mit einer medikamentösen antiarrhythmischen Therapie behandelt (n=149). Allen Patienten wurde zu Beginn der Studie ein implantierbarer Schleifenrekorder eingesetzt. Die Auswertung erfolgte anhand von täglich heruntergeladenen Aufzeichnungen sowie persönlichen Arztbesuchen alle 6 Monate.

Erfasst wurden Daten zur 1. Episode von persistierendem VHF (mit einer Dauer von ≥7 Tagen oder einer Dauer von 48 h bis 7 Tagen, die eine Kardioversion zur Beendigung des VHF erforderte), zu rezidivierenden Vorhoftachyarrhythmien (definiert als VHF, -flattern oder -tachykardie mit einer Dauer von ≥30 sec), zur Belastung durch das VHF (prozentualer Anteil der Zeit mit VHF), zur Lebensqualität, zur Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung und zur Sicherheit.

Während der 36-monatigen Nachbeobachtungszeit kam es in der Ablationsgruppe bei 3 Patienten (1,9%) zu 1 Episode von anhaltendem VHF, verglichen mit 11 Patienten (7,4%) in der Antiarrhythmikagruppe (HR 0,25; 95%-KI 0,09–0,70). Rezidivierende Vorhoftachyarrhythmien traten bei 87 Patienten in der Ablationsgruppe (56,5%) und bei 115 Patienten in der Gruppe der Antiarrhythmika (77,2%) auf (HR 0,51; 95%-KI 0,38–0,67).

Der mediane Prozentsatz der Zeit, in der VHF auftrat, betrug 0,00% (IQR 0,00–0,12) in der Ablationsgruppe und 0,24% (IQR 0,01–0,94) in der Antiarrhythmikagruppe. Nach 3 Jahren waren 8 Patienten (5,2%) in der Ablationsgruppe und 25 (16,8%) in der Antiarrhythmikagruppe hospitalisiert worden (RR 0,31; 95%-KI 0,14–0,66). Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 7 Patienten (4,5%) in der Ablationsgruppe und bei 15 (10,1%) in der Gruppe mit den Antiarrhythmika auf.

Fazit
Über den Beobachtungszeitraum von 3 Jahren war die Erstbehandlung mittels Kryoablation mit einer geringeren Inzidenz von persistierendem VHF oder rezidivierenden Vorhoftachyarrhythmien verbunden als die Erstbehandlung mit Antiarrhythmika. (ah)

Autoren: Andrade JG et al.
Korrespondenz: Jason Andrade; [email protected]
Studie: Progression of Atrial Fibrillation after Cryoablation or Drug Therapy
Quelle: N Engl J Med 2023;388(2):105–116.
Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2212540