Vorhofflimmern: Kryoablation verlangsamt Progression26. Mai 2023 © magicmine – stock.adobe.com (Symbolbild) Beim Vorhofflimmern (VHF) handelt es sich meist um eine progressive Erkrankung, die im Stadium des persistierenden VHF mit einem erhöhten Risiko für Thromboembolien und Herzinsuffizienz einhergeht. Die internationale Studiengruppe EARLY-AF präsentierten nun im „New England Journal of Medicine“ die 3-Jahres-Ergebnisse der gleichnamigen randomisierten kontrollierten Studie. In dieser unterzogen sich Patienten mit paroxysmalem, unbehandeltem VHF entweder einer Katheter-basierten Ablation mittels Kryoballon (n=154) oder sie wurden mit einer medikamentösen antiarrhythmischen Therapie behandelt (n=149). Allen Patienten wurde zu Beginn der Studie ein implantierbarer Schleifenrekorder eingesetzt. Die Auswertung erfolgte anhand von täglich heruntergeladenen Aufzeichnungen sowie persönlichen Arztbesuchen alle 6 Monate. Erfasst wurden Daten zur 1. Episode von persistierendem VHF (mit einer Dauer von ≥7 Tagen oder einer Dauer von 48 h bis 7 Tagen, die eine Kardioversion zur Beendigung des VHF erforderte), zu rezidivierenden Vorhoftachyarrhythmien (definiert als VHF, -flattern oder -tachykardie mit einer Dauer von ≥30 sec), zur Belastung durch das VHF (prozentualer Anteil der Zeit mit VHF), zur Lebensqualität, zur Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung und zur Sicherheit. Während der 36-monatigen Nachbeobachtungszeit kam es in der Ablationsgruppe bei 3 Patienten (1,9%) zu 1 Episode von anhaltendem VHF, verglichen mit 11 Patienten (7,4%) in der Antiarrhythmikagruppe (HR 0,25; 95%-KI 0,09–0,70). Rezidivierende Vorhoftachyarrhythmien traten bei 87 Patienten in der Ablationsgruppe (56,5%) und bei 115 Patienten in der Gruppe der Antiarrhythmika (77,2%) auf (HR 0,51; 95%-KI 0,38–0,67). Der mediane Prozentsatz der Zeit, in der VHF auftrat, betrug 0,00% (IQR 0,00–0,12) in der Ablationsgruppe und 0,24% (IQR 0,01–0,94) in der Antiarrhythmikagruppe. Nach 3 Jahren waren 8 Patienten (5,2%) in der Ablationsgruppe und 25 (16,8%) in der Antiarrhythmikagruppe hospitalisiert worden (RR 0,31; 95%-KI 0,14–0,66). Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 7 Patienten (4,5%) in der Ablationsgruppe und bei 15 (10,1%) in der Gruppe mit den Antiarrhythmika auf. Fazit Über den Beobachtungszeitraum von 3 Jahren war die Erstbehandlung mittels Kryoablation mit einer geringeren Inzidenz von persistierendem VHF oder rezidivierenden Vorhoftachyarrhythmien verbunden als die Erstbehandlung mit Antiarrhythmika. (ah) Autoren: Andrade JG et al. Korrespondenz: Jason Andrade; [email protected] Studie: Progression of Atrial Fibrillation after Cryoablation or Drug Therapy Quelle: N Engl J Med 2023;388(2):105–116. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2212540
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